Sport : Mit einem Freistoß nach Berlin

Der VfB Stuttgart steht nach dem 1:0 in Wolfsburg im Finale des DFB-Pokals

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Marcelinho lief in die Fankurve, um sich feiern zu lassen. Gerade hatte er nach einem schönen Pass das 1:1 erzielt und seinen VfL Wolfsburg zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder ins Spiel gebracht – dachte er zumindest. Sein Treffer in der 51. Minute wurde von Schiedsrichter Wolfgang Stark aber wegen einer angeblichen Abseitsstellung des Brasilianers nicht anerkannt. Zu Unrecht, denn Marcelinho hatte nicht im Abseits gestanden. Ein weiteres Tor gelang den Wolfsburgern nicht mehr. Nach 90 hart umkämpften Minuten setzte sich gestern Abend der VfB Stuttgart in Wolfsburg mit 1:0 (1:0) durch. Stuttgart zieht damit zum fünften Mal in das Pokalfinale in Berlin ein. Dort trifft die Mannschaft am 26. Mai in Berlin auf den 1. FC Nürnberg. „Wir freuen uns auf Berlin. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Es war kein einfaches Spiel“, sagte VfB-Manager Horst Heldt.

Die Wolfsburger hatten gut begonnen. Mit aggressivem Pressing verunsicherten die Offensivspieler Marcelinho, Cedrick Makiadi und Isaac Boakye die Hintermannschaft der Stuttgarter. VfL-Stürmer Mike Hanke konnte dabei wie der ebenfalls verletzte Diego Klimowicz nicht helfen. Hanke wird wegen einer Knöchelverletzung, die er sich im Training zugezogen hatte, sogar bis zum Saisonende ausfallen.

Auch ohne Hanke überraschten die Wolfsburger zu Beginn, der Favorit aus Stuttgart bekam die Begegnung aber besser in den Griff. Das Führungstor von Antonia da Silva fiel als die Energie der von 29 000 Zuschauern nach vorn gebrüllten Wolfsburger nach einer Viertelstunde etwas nachgelassen hatte. Nach einem Foul an Roberto Hilbert schoss der Brasilianer Antonio da Silva einen Freistoß aus 25 Metern in die rechte untere Ecke. „Den habe ich einfach sehr gut getroffen“, sagte da Silva. Er stand in Stuttgart wegen seiner mäßigen Leistungen zuletzt stark in der Kritik – gestern drehte er nach seinem Treffer richtig auf. Sein Pass über 35 Meter in der 40. Minute in den Lauf von Cacau, der in den Beinen der Wolfsburger Abwehr hängen blieb, war eines der Highlights in einer ersten Halbzeit, die mit sehr viel Tempo und vielen Emotionen geführt wurde, in der beiden Teams aber reichlich Abspielfehler unterliefen. Die Wolfsburger beschränkten ihre Angriffsbemühungen lange darauf, den Ball Marcelinho zuzuschieben. Zu zwingenden Torgelegenheiten führte das in der ersten Halbzeit kaum.

Nach der Pause spielte Wolfsburg wieder so druckvoll wie zu Spielbeginn. Und Marcelinho gelang ja auch der Ausgleich, wenn er denn gezählt hätte. Auch danach spielte Wolfsburg sehr offensiv. An eine Flanke von Jacek Krzynowek brachte VfB-Torhüter Hildebrand gerade noch seine Fingerspitzen. Auf der anderen Seite hätte Cacau das Spiel nach einem Konter entscheiden können. Sein Schuss ging knapp am Pfosten vorbei. Der VfL drückte weiter. In der 70. Minute scheiterte Krzynowek an Hildebrand.

Kurz vor Schluss hallte tatsächlich noch einmal Torjubel durch das Stadion. Doch die Wolfsburger Fans hatten sich geirrt. Der Freistoß von Marcelinho aus zwanzig Metern war über das Tor gegangen und lag hinter dem Tor am Netz. Das Duell der brasilianischen Freistoßschützen gewann gestern Abend Antonio da Silva.

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