Sport : Mit Feuer ins Wasser

In Neapel wollen Spandaus Wasserballer angreifen

Hartmut Moheit

Berlin - Wer Felice Scandone ist, darüber hat sich Peter Röhle noch keine Gedanken gemacht. „Ja, wir spielen gegen Neapel im gleichnamigen Schwimmstadion“, sagt der Trainer der Wasserfreunde Spandau 04 nur. Dass es sich bei Scandone um einen früh verstorbenen Sportjournalisten aus Kampanien handelt, dessen Namen auch ein Basketballteam in Italiens zweiter Liga trägt, wusste er nicht. Vor dem ersten Gruppenspiel in der Wasserball-Europaliga in Neapel ist damit Röhles letzte Wissenslücke geschlossen. Denn den Meister Italiens kennt Röhle bestens: „Die Mannschaft hat starke Spieler hinzubekommen, aber wir haben ja am Mittwoch um 21 Uhr ebenfalls etwas Neues zu bieten.“ Etwas Neues? Damit meint Röhle den Spanier Gabriel Hernandez.

Seitdem sich der 29-Jährige aus Barcelona den Spandauern angeschlossen hat, haben sie viel an Selbstbewusstsein gewonnen. Selbst der Trainer, der sonst eher ein Mann der vorsichtigen Töne ist, scheint davon angesteckt zu sein: „Wir wollen in Neapel explodieren. Die Truppe ist hungrig und ehrgeizig. Alle freuen sich auf die Herausforderung.“

Wenn Röhle von seinem Weltklassespieler spricht, dann fallen solche Worte wie „streichelt den Ball, ist überall einsetzbar, treffsicher, schnell, Regisseur der Extraklasse“. Bestärkt darin wurde er zuletzt beim Turnier in Tschechow, wo die Wasserfreunde gegen beste europäische Konkurrenz ungeschlagen Dritte wurden. „Seit dem fünften Olympiaplatz in Athen, wo viele Spandauer gespielt haben, ist das Team reifer geworden“, erzählt Röhle. „Die Jungs glauben an sich, haben vor keinem Gegner Angst.“ Das zeichnete auch jenes Spandauer Team aus, das einst in Europa dominierte.

Für Hernandez, der mit Spanien 2001 Weltmeister wurde, musste Röhle das Mannschaftsgefüge umbauen. „Nicht er hatte sich zu integrieren, sondern das Team musste sich anpassen“, beschreibt er die zurückliegenden Wochen in der noch jungen Saison. Auch ohne die Nationalspieler Thomas Schertwitis und Patrick Weissinger, die Spandau verlassen haben, sieht er einen wesentlichen Zuwachs an Qualität. Zum Beispiel im Konterspiel, das – dank Hernandez – noch nie so schnell war. „Solche Spieler wie ihn in einer Mannschaft zu haben, ist eben ein großes Glück“, sagt Röhle noch einmal mit Nachdruck. Dementsprechend hoch ist auch seine Erwartung in der Europaliga: „Wir wollen auf keinen Fall die Punkte in Neapel lassen.“ Dann fügt Röhle wissend hinzu: „In der Felice-Scandone-Schwimmhalle.“

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