Sport : Mit Nebenwirkung

Eisbären verlieren zu Hause 1:4 gegen starke Nürnberger

Claus Vetter

Berlin. Es wurde zwar eine große Party, gestern im Sportforum. Allerdings nicht eine solche, wie der EHC Eisbären versprochen hatte. Von Halloween nämlich war auf der gestrigen Festivität in Hohenschönhausen nicht viel zu spüren. Dass sich über 40 junge Herren als Eishockeyspieler verkleiden und auf zwei Mannschaften verteilt über das Eis flitzten, war weder gruselig noch überraschend. Schließlich steht im Sportforum fast in jeder Woche ein Spiel der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) auf dem Programm. Dafür entpuppte sich das Aufeinandertreffen der Eisbären Berlin und der Nürnberg Icetigers in qualitativer Hinsicht als sehr gelungene Vorstellung. Auch wenn das am Ende nur eine Minderheit unter den 5000 Zuschauern richtig lustig fand: Die Berliner kassierten ihre erste Heimniederlage der Saison und verloren 1:4 (0:0, 0:3, 1:1) gegen die Franken.

Das Ergebnis birgt einige Nebenwirkungen für die Berliner. Nun geht das Team von Trainer Pierre Pagé nicht als Tabellenführer in die Pause, die in der DEL wegen des Deutschland-Cups eingelegt wird. Durch den Sieg klettern die Nürnberger sogar noch an den Eisbären vorbei. Dagegen war gestern jedoch nichts einzuwenden. Noch nie in dieser Saison ist ein Gegner im Sportforum so energisch aufgetreten wie Nürnberg. Die Icetigers spielten unverschämt offensiv und das auch noch erstaunlich schnell. Manchem Akteur der Eisbären, so schien es, ging das alles ein bisschen zu flink. Nur mit viel Glück konnten sich die zaghaften Eisbären ohne Gegentor in die erste Pause retten.

Nach 30 Minuten war es dann aber so weit: Der ehemalige Eisbären-Stürmer Steve Larouche leitete mit einer klugen Vorlage das erste Tor der Franken durch Marian Cisar ein. Kurze Zeit später bereitete der bis dahin tadellos auftretende Eisbären-Stürmer Florian Keller mit einem Fehlpass das zweite Nürnberger Tor durch Greg Leeb vor. Noch vor der zweiten Pause erhöhte Cisar auf 3:0 für die Icetigers. Diesmal hatte der Berliner David Roberts unfreiwillig assistiert. Die Gegentore verfehlten nicht ihre Wirkung bei den Eisbären.

Fortan hatten die Berliner aber auch Pech, Rob Shearer traf nach einem schön vorgetragenen Konter nur den Pfosten. Jürgen Rumrich traf noch für Nürnberg, Roberts gelang kurz vor dem Ende der überfällige Berliner Ehrentreffer. Zum Schluss gab es eine kleine Keilerei, schließlich musste Roberts noch verletzt vom Eis. Ein unschönes Ende eines guten Spiels. Die Franken demonstrierten eindrucksvoll, dass es sich auch im Sportforum für auswärtige Teams ganz angenehm spielen lässt, und dass die Nürnberger, die bereits zu Hause 4:2 gegen Berlin gewonnen hatten, ein ernst zu nehmender Aspirant auf den Titel sind. Um diese Erkenntnis waren die Eisbären gestern reicher. Zumindest das war dann aus ihrer Sicht auch etwas gruselig.

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