Sport : Mit Pfiff

Michael Rosentritt

Dass Dieter Hoeneß sich einmal derart verdient machen würde um das Ansehen des deutschen Schiedsrichterwesens, war nach allem, was war, nicht unbedingt vorhersehbar. Jetzt wird der Manager von Hertha BSC, der oft und gern Schiedsrichter kritisierte, womöglich als derjenige in die Geschichte des deutschen Berufsfußballs eingehen, der die schwierige Beziehung zwischen Klubs und Schiedsrichtern entkrampft hat. Die Einigung, die nun im Fall Hoeneß erzielt wurde, könnte zu einem sachlichen und vertrauensvollen Miteinander führen.

Um das zu erreichen, hatte Hoeneß mehrmals viele tausend Euro Strafe zahlen müssen. Hoeneß und der DFB haben gelernt. Hoeneß hat den missverständlichen Teil seiner Äußerungen bedauert und den durchaus berechtigten Teil seiner Kritik an den Leistungen des Schiedsrichters Lutz Wagner konkretisiert. Der DFB hofft, dass das stilbildend wirkt: Vereinen wird es grundsätzlich möglich sein, sich mit den Verantwortlichen beim Verband nach strittigen Schiedsrichterleistungen inhaltlich auszutauschen und sachliche Kritik zu üben. Solche Diskussionen sollen vertraulich und nicht direkt nach Spielende vor Fernsehkameras geführt werden. Denn diese Unart färbt ab auf den gesamten Amateurbereich bis in die untersten Ligen hinein, wo sich Trainer, Funktionäre und Zuschauer gern und oft die Schiedsrichter vorknöpften. Für seinen aufopferungsvollen Kampf hat Dieter Hoeneß die goldene Pfeife verdient.

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