Sport : Mit Puddingbeinen in die Bonus-Spiele

Fortuna Düsseldorf zittert sich mit einem 2:2 gegen Duisburg in die Relegation gegen Hertha.

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Hertha, wir kommen! Die Düsseldorfer Ken Ilsö (links) und Oliver Fink gastieren am Donnerstag in Berlin. Foto: dpa
Hertha, wir kommen! Die Düsseldorfer Ken Ilsö (links) und Oliver Fink gastieren am Donnerstag in Berlin. Foto: dpaFoto: dpa

Im Derby zwischen Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg war es hoch hergegangen – doch als das 2:2 zwischen den rheinischen Nachbarn und die Düsseldorfer Relegationsspiele gegen Hertha BSC amtlich waren, konnten die beteiligten Trainer schon wieder miteinander scherzen. Die Vorlage gab Duisburgs Trainer Oliver Reck, dessen Stiefsohn Pierre-Michel Lasogga in Berlin unter Vertrag steht, als er zu seinem Nebenmann sagte: „Ich muss wohl Berlin ein bisschen mehr die Daumen drücken, und vielleicht sehen wir uns nächstes Jahr ja wieder.“ Zu neuen Duellen im Unterhaus, sollte das bedeuten. Recks Kollege Norbert Meier hat damit allerdings wenig im Sinn. „Ich hoffe auch, dass wir uns wiedersehen - dann aber in der Fußballschule auf Mallorca", konterte Düsseldorfs Cheftrainer.

Und wo er schon witzelte, plante der kleine Mann spaßeshalber auch gleich die anstehende Dienstreise nach Berlin. Dort steigt am Donnerstagabend das erste der beiden Spiele um das letzte Bundesliga-Ticket – und Meier überlegte: „Wir müssen schauen, dass wir in Berlin noch ein Hotel finden. Das ist gar nicht so leicht, am Samstag ist dort Pokalfinale. Vielleicht sollten wir morgen schon losfahren.“

Weniger witzig fanden Fortunas Trainer und seine Kicker den frühen Rückstand gegen Duisburg, der die angepeilten Relegationsspiele gegen das Team von Otto Rehhagel akut in Gefahr brachte. Maurice Exslager nutzte einen Aussetzer in der Fortuna-Abwehr und traf nach acht Minuten zur Führung für die Gäste. Die Düsseldorfer wehrten sich. Innerhalb von drei Minuten drehten sie durch Treffer von Oliver Fink und Assani Lukimya das Spiel. Doch obwohl Duisburgs Exslager gleich nach dem 2:1 mit Gelb-Rot vom Platz musste, kam der MSV durch einen abgefälschten Freistoß von Jürgen Gjasula noch vor der Pause zum Ausgleich.

So vogelwild die Partie vor der Pause war, so konzentriert und zurückhaltend brachten die Düsseldorfer die zweite Hälfte über die Bühne. „Nach dem 0:1 waren die Beine richtig schwer, da war auch ein bisschen Pudding drin“, gestand Fortunas Routinier Sascha Rösler. „Wir haben nichts zu verlieren, Berlin ist klarer Favorit.“ In Düsseldorf zehren sie noch immer von der grandiosen Hinrunde: 41 Punkte holte Herbstmeister Düsseldorf im ersten Teil der Saison, bescheidene 21 kamen in der Rückrunde nur noch dazu. „Wenn wir in Berlin an die Form der Vorrunde herankommen, sind wir, mit unseren Fans im Rücken, beim Rückspiel zu allem in der Lage“, betonte Rösler. Norbert Meier bezeichnete die Nerven-Duelle mit Hertha als „Bonus-Spiele“ und versprach: „Wir werden mit Freude und Begeisterung antreten!“ Die von ihm selbst angeführte Statistik, nach der in der 2009 wieder eingeführten Relegation erst einmal der Zweit- über den Erstligisten triumphiert hat, kommentierte er so: „Das heißt gar nichts.“

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