Sport : Mit Rückenwind an die Spitze US Open: Ernie Els kann weltbester Golfer werden

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Long Island – Ernie Els schüttelte den Kopf. „Schwerer geht es nicht“, sagte der Golfprofi. „Von 1 bis 10 auf der Schwierigkeitsskala ist das hier eine 11.“ Dabei hatte der Südafrikaner eigentlich keinen wirklichen Grund, sich über den Dünenkurs von Long Island/New York zu beklagen. Der 34Jährige liegt vor der Finalrunde bei den 104. US Open mit 207 Schlägen gleichauf mit Masterssieger Phil Mickelson auf Rang zwei – nur zwei Schläge hinter seinem Landsmann Retief Goosen.

Viel größere Probleme mit dem schwierigen Platz und dem vollkommen unberechenbaren Wetter hatte Tiger Woods. Der Superstar hat trotz eines Kunstschlags zum Eagle am Ende seiner 73er-Runde auf dem Par-70- Kurs kaum noch eine Chance auf den Sieg. Der zunehmende Rückenwind und die ausgetrockneten Grüns, die ein zielgerichtetes Putten fast unmöglich machen, setzten ihm sichtlich zu. Nicht nur der Spanier Sergio Garcia beschwerte sich: „Einige der Grüns sind einfach tot. Und an Loch sieben ist die Fahnenposition beinahe unspielbar.“ Die Konsequenz: Woods liegt neun Schläge hinter Goosen und ist weit entfernt davon, seine Serie von sieben Major-Turnieren in Folge ohne Sieg beenden zu können. Seit seinem Wechsel zu den Profis 1996 hat Woods acht Major-Titel gesammelt – aber seit 2002 keinen mehr.

Schlimmer noch: Sollte Ernie Els zum dritten Mal nach 1994 und 1997 bei den US Open siegen und Tiger Woods gleichzeitig nicht mindestens Sechster werden, verliert der US-Amerikaner sogar zum ersten Mal seit dem 4. Januar 1998 seine Führung in der Weltrangliste. Und momentan spricht alles dafür. Woods liegt vor der letzten Runde nur auf Rang 19.

Doch der 28-Jährige will sich noch nicht geschlagen geben. Sein Chip am 18. Loch, mit dem er den Ball beim zweiten Schlag auf dem Par-4-Loch versenkte, macht ihm wieder Mut. „Ich sage Euch, mit dem Eagle am 18. Loch bin ich wieder voll im Geschäft“, sagte er. „Wenn der Wind bläst, kann ich das Turnier doch noch gewinnen.“ Es klang allerdings mehr nach Verzweiflung als nach einer realistischen Bewertung seiner Siegchancen. Denn natürlich weiß auch Woods, dass die Statistik der US Open gegen ihn spricht. Noch nie hat ein Spieler nach neun Schlägen Rückstand noch den Titel gewinnen können. Trotzdem: „Wenn die Spieler vorne Schläge verlieren, habe ich noch eine Chance“, sagt Woods.

Darauf kann Alexander Cejka kaum noch hoffen. Mit 218 Schlägen liegt der einzige Deutsche im Feld auf Rang 48. Immerhin ist das seine bisher beste Platzierung bei den US Open. 1996 beendete Cejka das Turnier als 51., bei seinem zweiten Start vor einem Jahr belegte er Platz 61. Freuen konnte sich der gebürtige Tscheche darüber nicht. „Ich habe eigentlich gedacht, dass ich gewinnen könnte“, sagte der 33-Jährige. „Aber die kleinen Korrekturen während der Saison an meinem Schwung kann ich noch nicht wie gewünscht umsetzen.“ dpa

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