Sport : Mit Transparenz gegen Pleiten

Claus Vetter über die geplante Gehaltsgrenze in Tschechiens Fußball

Claus Vetter

Spielergehälter im Fußball sind oft Geheimsache. Genau lässt sich selten sagen, was ein Profi bekommt. Transparenz ist nicht im Interesse des Arbeitgebers. Es kann ja Ärger geben, wenn sich ein verschuldeter Klub in die opulenten Abrechnungen schauen lässt. Solche Versteckspiele soll es in Tschechiens Liga nicht mehr geben: Der Verband will von der kommenden Saison die Gehälter der Profis regulieren. Dann darf kein Klub eine für alle gültige Obergrenze für Spielerbudgets überschreiten, egal wieviel Geld er hat oder vorgibt zu haben. Das Modell soll den tschechischen Fußball vor Pleiten schützen: Zuletzt stieg Traditionsklub Bohemians Prag wegen Insolvenz in die dritte Spielklasse ab.

Was nun in Tschechien passiert, ist im nordamerikanischen Profisport längst Normalität: Dort gibt es mit dem „Salary Cap“ längst eine Gehaltsobergrenze, zudem sind Spielergehälter transparent. Pleiten sind so gut wie ausgeschlossen. Der tschechische Vorstoß ist daher durchaus sinnvoll, auch im Fußball. Vielleicht lässt sich das Prager Modell nicht auf größere Ligen anwenden, denn die stehen in Konkurrenz zueinander. Wer beim Poker um die Stars nicht mitspielt, hat international schnell verloren. Doch unterhalb der Bundesligen sieht es anders aus, da ist der Fußball oft nicht gesund, wie die Fast-Pleite des KFC Uerdingen gezeigt hat. Unterklassige Klubs zieht es oft mit aller Macht und viel geliehenem Geld nach oben – nicht selten steht am Ende die Pleite. Zumindest so etwas wäre mit dem Vorschlag aus Prag nicht mehr möglich.

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