Sport : Mit Vorsicht und Anmut

Shizuka Arakawa gewinnt Gold in der Kür

Christiane Mitatselis

Turin - Irina Slutskaja lief zu Gold. Noch einen Rittberger musste sie stehen, noch ein paar Drehungen vollführen. Doch kurz vor dem Ende ihrer Kür fiel die 27 Jahre alte Russin auf das Eis. 6000 Zuschauer in der Turiner Olympiahalle hielten den Atem an. Die erste russische Olympiasiegerin im Eiskunstlauf wollte Slutskaja werden. Doch am Ende jubelte eine andere: die Japanerin Shizuka Arakawa gewann überraschend die Kür. Sie machte in ihrer Kür keinen schweren Fehler und wurde die erste japanische Olympiasiegerin im Eiskunstlauf.

Silber holte die US-Amerikanerin Sasha Cohen, für Slutskaja blieb nur noch die Bronzemedaille. Shizuka Arakawa begeisterte Publikum und Jury mit einer eleganten Kür voller Ausstrahlung und ohne Fehl und Tadel. Am Ende war ihr Triumph auch ein Sieg der Vorsicht. Arakawa verzichtete auf eine Dreifach-Dreifach-Kombination und sprang den Rittberger nur doppelt. Dafür zeigte sie ihre Figuren mit so kühler, anmutiger Präzision wie keine andere Läuferin.

Am Ende der Kür blieben eine Überraschungssiegerin und zwei tragische Verliererinnen zurück. Mit einem Erfolg hatte Irina Slutskaja ihrer großen sportlichen Karriere den letzten noch möglichen Erfolg hinzufügen wollen. Doch nach zwei Weltmeisterschaften und sieben Europameistertiteln – mehr als Katarina Witt – verpasste die Moskauerin durch ihren Patzer wieder Gold bei Olympia. Vor vier Jahren in Salt Lake City hatte es zum zweiten Platz gereicht.

Die zweite Verliererin war Sasha Cohen. Die US-Amerikanerin hatte nach dem Kurzprogramm knapp geführt, landete aber bei der Kür schon beim ersten Sprung auf dem Eis. Trotz eines zweiten Sturzes rettete sie mit einer künstlerisch anspruchsvollen Darbietung den zweiten Platz.

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