Sport : Mit zittriger Hand

SCC-Volleyballer erzielen Lerneffekte durch zwei unerwartet knappe Sätze

Karsten Doneck

Berlin - Manchmal freut sich ein Trainer schon über die kleinen Dinge des Alltags. „Gut war, dass wir am Ende der Sätze keinen Blödsinn gemacht haben“, stellte somit auch Michael Warm fest, der Trainer des Volleyball-Bundesligisten SC Charlottenburg, nachdem seine Mannschaft am Dienstagabend bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen 3:0 gewonnen hatte. Das Ergebnis klingt nach einer souveränen Vorstellung des SCC, war aber eher mit zittriger Hand herausgeschmettert. 35:33 und 31:29 lauteten die Ergebnisse im ersten und dritten Satz, nur dazwischen beim 25:16 spielten die Charlottenburger ihre erwartete Überlegenheit auch aus.

Den Vorwurf, gegen den krassen Außenseiter Königs Wusterhausen eine etwas schludrige, möglicherweise gar arrogante Haltung an den Tag gelegt zu haben, wollten die SCC-Spieler aber nicht stehen lassen. Libero Frank Bachmann hob vielmehr die positiven Lerneffekte aus den Satzergebnissen hervor. „Wir haben in den knappen Phasen Ruhe bewahrt. Das bleibt im Hinterkopf hängen, das ruft man dann in ähnlichen Situationen immer wieder ab“, sagte Bachmann. Insgesamt ein halbes Dutzend Satzbälle wehrte der SCC ab: vier im ersten Satz, zwei im dritten.

Als echten Maßstab werteten die Charlottenburger das Spiel in Königs Wusterhausen ohnehin nicht. Michael Warm hatte sogar ein bisschen experimentiert. seinen Stamm-Mittelblocker Aleksandar Spirovski ließ er erst im dritten Satz aufs Feld. „Wir sind noch in der Findungsphase, vor allem an der Annahme müssen wir noch arbeiten“, sagt Manager Kaweh Niroomand. Da kommt dem SCC der Spielplan gelegen. VC Leipzig, Königs Wusterhausen, Hamburg Cowboys und VC Bad Dürrenberg – das sind die Gegner in den ersten vier Saisonspielen, bei denen selbst Niroomand sagt: „Da kann man nicht meckern.“ Wie die Charlottenburger, in der vorigen Saison Meisterschaftsdritter, im neuen Spieljahr wirklich einzuordnen sind, wird sich erst im nächsten Monat zeigen, wenn Evivo Düren, Unterhaching und am 14. November schließlich der Deutsche Meister und Champions-League-Sieger VfB Friedrichshafen die Charlottenburger weitaus mehr fordern werden als etwa die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen.

Bis dahin verspricht Trainer Michael Warm „in Ruhe und Schritt für Schritt“ die Entwicklung seiner Mannschaft voranzutreiben. Frank Bachmann, sein Libero, versteht ohnehin nicht, warum wegen zwei knapper Satzgewinne gegen Königs Wusterhausen jetzt plötzlich Aufregung beim SCC entstehen sollte. Er denkt da eher pragmatisch. „Wir haben jetzt zwei Spiele und zwei 3:0-Siege auf dem Konto. Was wollen wir mehr? Damit liegen wir doch voll im Soll“, beteuert er.

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