Sport : MITFAVORITEN

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Lance Armstrong schätzt ihn sehr, er hätte ihn gerne in sein Team Discovery Channel geholt, um einen gefährlichen Gegner unter Kontrolle zu haben. Und auch für die meisten Experten ist Ivan Basso der Fahrer, der am ehesten in das Duell zwischen Armstrong und Jan Ullrich eingreifen kann. Jedes Jahr hat er sich bei der Tour verbessert: 2002 war er Elfter, dann Siebter und im vergangenen Jahr Dritter hinter Armstrong und Andreas Klöden, obwohl er im Bergzeitfahren nach Alpe d’Huez sogar von Armstrong überholt worden war.

An dieser einzigen Schwäche hat der 27jährige Italiener weiter gearbeitet, beim Giro d’Italia gewann er im Mai ein Zeitfahren, obwohl er einige Tage zuvor wegen einer Magenerkrankung von seinem Teamchef bei CSC, Bjarne Riis, schon zur Aufgabe aufgefordert worden war. Doch Basso quälte sich weiter und gewann noch eine Alpenetappe, am Berg zählt Basso zu den Besten der Welt.

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Das gilt auch für Alexander Winokurow , dem – wie Basso vor einem Jahr – derzeit ein Angebot von Armstrongs Team vorliegen soll. Er könnte der Nachfolger des Amerikaners werden, auch als Sieger der Tour de France. In diesem Jahr soll der Kasache zusammen mit Andreas Klöden immer wieder Armstrong attackieren, damit dieser Kraft verliert. So lautet die offizielle Taktik im T-Mobile-Team. Die Verantwortlichen betonen aber auch, dass dies so lange gilt, wie Jan Ullrich die besten Chancen hat, Armstrong zu schlagen. Denn Winokurow fährt in diesem Jahr eigentlich zu stark, um nur ein Helfer zu sein.

Letztes Jahr war er nach einem schweren Sturz bei der Tour de Suisse in Frankreich nicht dabei, in diesem Frühjahr holte der 31-Jährige bei dem Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich den lange ersehnten ersten Saisonsieg für T-Mobile. Und bei der Dauphiné Libéré hängte er Anfang Juni Armstrong am Mont Ventoux ab, der sich anschließend beeindruckt zeigte. Winokurow traut sich zu, die Tour zu gewinnen, und Jan Ullrich hat angekündigt, einen stärkeren Fahrer aus seinem Team im Fall der Fälle zu unterstützen. Zunächst muss Winokurow aber Ullrich helfen.

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Vor einem Jahr war es Iban Mayo , der Armstrong im Bergzeitfahren der Dauphiné Libéré fast drei Minuten abgenommen hatte und die Rundfahrt gewann. Mayo wurde zu einer Art Geheimfavorit für die Tour, brach aber völlig ein und gab schließlich auf. In diesem Jahr hat er noch nichts gewonnen. Dennoch haben die anderen Anwärter auf die Podiumsplätze großen Respekt vor den explosiven Antritten des Spaniers im Gebirge. Und da hat Mayo das starke Euskaltel-Euskadi-Team an seiner Seite.

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Neben diesen drei Fahrern könnte auch der ehemalige Armstrong-Helfer Roberto Heras von der Liberty-Seguros-Mannschaft in den Kampf um die ersten Plätze eingreifen. Wie Mayo galt der Spanier vor einem Jahr als Mitfavorit, doch auch Heras enttäuschte und stieg abgeschlagen vorzeitig aus. Im Herbst gewann er dann aber die Spanien-Rundfahrt. Auch Heras hielt er sich im Frühjahr auffallend zurück, um bei der Tour zur richtigen Zeit in Form zu sein. klapp

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