Sport : Mitglied im Pekinger Kreis

Ecker will beim Istaf ein Zeichen für Olympia setzen

Friedhard Teuffel

Berlin - Vorsicht, ist hier einer vielleicht zu früh in Form? Ganz gleich, ob Danny Ecker gerade seine Schnelligkeit auf der Bahn testet oder seine Kraft im Fitnessraum – der Stabhochspringer ist immer im Bereich seiner Bestleistung. „So gut hat eine Saison noch nie angefangen“, sagt der 30 Jahre alte Leverkusener. Das klingt verdächtig gut, dabei sind es noch zweieinhalb Monate bis zu dem Zeitpunkt, an dem er wirklich sein Bestes zeigen muss, seine höchste Geschwindigkeit beim Anlauf und seine größte Kraft beim Absprung, bei den Olympischen Spielen in Peking.

Doch das vergangene Wochenende dürfte ihn beruhigt haben. 5,40 Meter, Platz zehn beim Grand Prix in Hengelo. Es gibt noch viel zu verbessern bis zu den Olympischen Spielen. Steigern will sich Ecker auf jeden Fall am Sonntag beim Istaf im Berliner Olympiastadion. „Mit dem Istaf geht die Saison bei mir mental erst richtig los“, sagt er, „da will ich schon einmal ein Zeichen setzen.“

Dieses Zeichen kann eigentlich nur bedeuten, dass er zu dem Kreis gehören will, der in Peking die Medaillen unter sich ausmacht. Vorgearbeitet hat er sich bis dahin auch durch seine Bronzemedaille bei der WM in Osaka im vergangenen Jahr. Es war die erste WM-Medaille überhaupt im Freien für einen deutschen Stabhochspringer. „Ich kann noch höher springen“, hat Ecker gestern bei einer Präsentation des Istaf gesagt, „und in Peking will ich eine Medaille gewinnen.“

So selbstbewusst wie er können derzeit nicht viele deutsche Leichtathleten auftreten, das ist auch ein Problem des Istaf. Mehr deutsche Medaillenkandidaten gleich mehr Zuschauer, so einfach lautet die Rechnung der Veranstalter. Nach 70 000 verkauften Karten 2007 Jahr rechnet Istaf-Geschäftsführer Gerhard Janetzky nun immerhin mit 65 000 Besuchern. Außer Ecker, der im vergangenen Jahr beim Istaf gewann, werden sie etwa 40 deutsche Athleten sehen, aber nur wenige, die auch im internationalen Vergleich vorne dabei sind. Der Berliner Robert Harting gehört dazu, der in Osaka die Silbermedaille im Diskuswerfen holte. Oder Thomas Blaschek, er wurde 2006 Zweiter bei den Europameisterschaften über 110 Meter Hürden. Bei den meisten Rennen werden die deutschen Läufer sich am Sonntag höchstens vornehmen, nicht den Anschluss zu verpassen.

Doch das Istaf, sagt Gerhard Janetzky gerne, sei ohnehin kein deutsches, sondern ein internationales Meeting. Und wer den Jackpot der Golden League im Wert von einer Million Dollar gewinnen möchte, der muss schon in Berlin am Start sein, beim ersten der sechs Meetings der Serie. Das wird zum Beispiel Jeremy Wariner sein, der Olympiasieger und Weltmeister über 400 Meter aus den Vereinigten Staaten. Oder der finnische Speerwerfer Tero Pitkämäki. Oder Susanna Kallur, die schwedische Hürdensprinterin. Oder Weitspringer Irving Saladino aus Panama. Er kommt mit einer hübschen Empfehlung nach Berlin. Beim Grand Prix in Hengelo ist er am Wochenende 8,73 Meter gesprungen, so weit, wie es seit 14 Jahren kein Athlet geschafft hat. Ist das vielleicht Frühform?

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