Sport : Mitglieder üben Kritik an HSV-Führung

Karsten Doneck

Hamburg - Siege beruhigen. Turbulent war die Mitgliederversammlung des Hamburger SV am 11. Dezember 2006 verlaufen und wegen fortgeschrittener Zeit abgebrochen worden. Gestern, drei Tage nach dem 3:0-Sieg des Tabellenletzten gegen Borussia Dortmund, lief die Fortsetzung der Versammlung in geordneten Bahnen. Statt der Rekordzahl von 1589 Mitgliedern wie im Dezember waren diesmal auch nur 954 Stimmberechtigte ins ICC Hamburg gekommen.

Einige von denen übten freilich massive Kritik am Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann sowie am Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer. Beide übernahmen zwar die Verantwortung für die desolate sportliche Situation des Klubs, aber das schützte sie nicht vor heftigen Vorwürfen. „Wir brauchen keinen Rhetorik-Tsunami“, rief ein Mitglied in Richtung Hoffmann, weil der noch vor einem Jahr versprochen hatte, den Hamburger SV in einem überschaubaren Zeitraum zu einem der führenden Klubs in Europa zu machen. Dietmar Beiersdorfer rechtfertigte die miese sportliche Lage vor allem mit dem Verletzungspech. „Wir hatten die Seuche“, sagte er. Wirtschaftlich steht der HSV immerhin solide da. Horst Becker, der neue Aufsichtsratschef, kündigte „für dieses Geschäftsjahr einen fast zweistelligen Millionengewinn“ in Aussicht.

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