Mitgliederversammlung : Hertha - irgendwann Deutscher Meister

Manager Dieter Hoeneß freut sich jetzt doch über Platz vier - auf Herthas Mitgliederversammlung ist die Stimmung überraschend gut. Die Spieler und Trainer Lucien Favre werden gefeiert.

Sven Goldmann
simmi Foto: ddp
Gerührt vom Applaus. Simunic mit Tränen in den Augen.Foto: ddp

Am späten Samstagabend, nach der Rückkehr aus Karlsruhe, da fiel dem Vorsitzenden der Geschäftsführung das Einschlafen doch sehr schwer. Also hat Dieter Hoeneß den Fernseher eingeschaltet und Fußball geguckt. Zu sehen waren: Herthas vier Gegentore beim Absteiger KSC, das Fest beim Meister Wolfsburg, aber auch den Jubel beim Hamburger SV. „Die haben sich gefreut, dass sie Fünfter geworden sind“, sagte Hoeneß, und in diesem Augenblick sei bei ihm der Groschen gefallen. Auf einmal fühlte sich Platz vier für Hertha BSC doch nicht so schlecht an wie noch ein paar Stunden zuvor nach der sportlichen Blamage imWildparkstadion.

Als Simunic erwähnt wurde, brandete der größte Beifall auf

Diese kleine Geschichte hat Hoeneß bei der Mitgliederversammlung des Berliner Fußball-Bundesligisten im ICC erzählt, und sie steht stellvertretend für die Stimmung, die bei Hertha am Tag danach herrschte. 708 Mitglieder feierten die Mannschaft und Trainer Lucien Favre, aller Ärger über den verpassten Einzug in die Champions League war vergessen. Dann hielt Favre eine kurze Rede. Der größte Beifall brandete auf, als Hoeneß eher beiläufig Josip Simunic erwähnte. Der Innenverteidiger musste darauf eine Rede improvisieren, wobei ihm ein folgenschwerer Satz herausrutschte: „Irgendwann, irgendwann werden wir Deutscher Meister.“

Das wird so einfach nicht werden in der nächsten Saison, in der Hertha den Etat reduzieren muss und die nun definitiv ohne Andrej Woronin und Marko Pantelic stattfinden wird. Der eine ist Hertha zu teuer, den anderen will Favre nicht mehr. Hoeneß sprach die offiziellen Abschiedsworte. Beide bedankten sich artig beim Berliner Publikum. Pantelic schien beim Stakkato des Beifalls mit den Tränen zu kämpfen, Woronin ließ das Publikum wissen, dass „Berlin schon ne geile Stadt ist“.

Mit Pal Dardai wird wohl verlängert

Ein anderer Profi wird wohl bleiben. In den kommenden Tagen wird Dieter Hoeneß ein Gespräch mit Pal Dardai führen, „und dann reden wir über einen neuen Einjahresvertrag“. Wieder reagierte der Saal mit Ovationen. Der Ungar Dardai spielt seit 1996 bei Hertha und wird in der kommenden Saison dienstältester Berliner Profi sein. Er löst Christian Fiedler ab, der künftig Herthas Torhüter trainieren wird.

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