Sport : Mittendrin und gern dabei

Rostock setzt sich vorsichtig ein neues Ziel: den UI-Cup

André Görke

Rostock. Als es Horst Klinkmann zu hektisch wurde am Samstag, nahm der Aufsichtsratschef des FC Hansa Rostock erst einmal die Brille von der Nase und atmete die kalte Luft ein. „Och, nö, och, wissen Sie“, nuschelte Klinkmann langsam in norddeutscher Tonlage vor sich hin, „wir sind hier an der Küste, wir sind ein anderer Menschenschlag. Ein bissken ruhiger.“

Klinkmann ist schon viele Jahre im Verein, er kennt die Liga, aber er will nicht all ihre Automatismen übernehmen. „Wir bleiben ruhig“, sagte Klinkmann also nach dem 3:1-Sieg des FC Hansa über Hannover 96. Aber sein Lächeln verriet, dass er sich damit durchaus anfreunden könnte: Hansa im UI-Cup. „Wenn’s klappt, is’ schön“, sagte Klinkmann. Nach diesem Spieltag hat sich für Hansa nichts Grundlegendes geändert. Die Abstiegsplätze sind zwar kaum noch in Sicht, die des Uefa-Cups aber auch nicht.

In den vergangenen Jahren hätten sie ein Straßenfest veranstaltet, weil Rostock immer bis zum Ende um den Klassenerhalt zittern musste. „In den letzten Jahren haben wir immer erst unter Druck die nötigen Leistungen gezeigt. Diesmal machen wir uns den Druck jetzt schon“, erzählt Trainer Juri Schlünz. Da das Thema Abstieg am Samstag nicht taugte, musste der UI–Cup als Gesprächsstoff herhalten. Von einem „einstelligen Tabellenplatz“ träumt nun Rostocks Torjäger Martin Max, der am Samstag seine Saisontore 13 und 14 erzielte.

In den UI–Cup würden jene zwei, gegebenenfalls drei Vereine gelangen, die hinter den für den Uefa-Pokal qualifizierten Klubs platziert sind. Statt aber mit frechen Worten um sich zu werfen, bleiben die Rostocker Spieler ruhig. „Wir müssen die 40-Yard-Linie erreichen“, sagte Martin Max, „erst dann dürfen wir über andere Ziele nachdenken.“ Bislang haben die Rostocker 26 Punkte. Aber es besteht die Hoffnung, dass es nicht sehr lange dauern wird, bis die restlichen 14 noch eingesammelt sind, die zum Klassenerhalt benötigt werden. „Früher haben wir uns in die Hose gemacht, wenn mehr für uns möglich war“, sagt Aufsichtsratschef Klinkmann. Und doch droht Hansa ein Rückschlag. In einer Woche heißt der Gegner – VfL Bochum.

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