Sport : Mittenrein

Für den 1. FC Köln hat der Abstiegskampf begonnen

Erik Eggers

Köln. Der Kapitän wurde seiner besonderen Verantwortung auch nach dem Spiel noch gerecht. Und das, obwohl es für den 1. FC Köln nichts geworden war mit dem ersehnten Sieg im ersten Heimspiel nach dem Aufstieg. Dirk Lottner stand ausführlich Rede und Antwort. „Ich war heute der Dumme“, sagte der Kapitän des 1. FC Köln. Dass Lottner nach der 1:2 (1:1)-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern ein gefragter Gesprächspartner war, hatte seine Gründe. In der 56. Minute hatte er beim Stand von 1:1 einen an Andrej Woronin verschuldeten Foulelfmeter gegen Torhüter Tim Wiese verschossen. Lottner fand es „normal, dass ich die Verantwortung übernehme“.

Der gebürtige Kölner Wiese, der früher wie Lottner für die örtliche Fortuna gespielt hat, wusste, „dass der Dirk nicht genau in die Ecken schießt, sondern hart mittenrein“. Mit dem Fuß erwischte er den Ball. Vielleicht wäre das Spiel anders verlaufen, wenn Lottner getroffen hätte, so aber musste Kapitän Lottner einen Fehlstart seines FC einräumen. Der Abstiegskampf hat begonnen. „Uns war von vornherein klar, dass wir gegen den Abstieg spielen. Dem müssen wir uns stellen“, sagte Lottner. Nach zwei Spielen sind die Kölner noch ohne Punkt, und die nächsten Gegner heißen Schalke und Dortmund. „Wir müssen irgendwie versuchen, in Schalke den einen oder anderen Punkt zu holen“, sagte Trainer Friedhelm Funkel. Der 1. FC Kaiserslautern hingegen ist nun auf null und hat den Abzug von drei Punkten aufgeholt.

Dass die Kölner nach der Pause überhaupt noch im Spiel waren, verdankten sie der bis dahin katastrophalen Chancenauswertung der Lauterer, die bei Freistößen und Ecken die eindeutige Lufthoheit besaßen. „Der Ausfall von Dogan in der zehnten Minute war sehr bitter für uns“, sagte Friedhelm Funke. In der Tat: Die kopfballstarken Stürmer Miroslav Klose, Vratislav Lokvenc und Marian Hristov übersprangen nach Dogans Auswechslung immer wieder die überforderten Verteidiger Markus Happe und Carsten Cullmann; zweimal rettete ein Kölner Abwehrspieler auf der Linie, den Rest hielt ein glänzend aufgelegter Torhüter Stefan Wessels.

Organisation ist alles

Recht überraschend fiel in der 38. Minute die Kölner Führung durch Marius Ebbers, der ein Zuspiel Christian Springers nach Fehler von Aleksander Knavs vor enthusiastischen 30 000 Fans kaltblütig verwertete. Doch im Gegenzug schon erzielte Klose per Kopf den verdienten Ausgleich nach Flanke von Mika Nurmela.

„Insgesamt haben wir bitteres Lehrgeld zahlen müssen“, sagte Funkel hinterher enttäuscht. Denn auch die Gelb-Rote Karte gegen Wiese nach einem Foul an Andrej Woronin vermochte sein Team trotz größter Anstrengungen nicht zu nutzen, weil der Gast „gut organisiert stand, auch nach dem Platzverweis“, wie Kaiserslautern Trainer Erik Gerets zufrieden feststellte. Zum Schluss allerdings hatten die Pfälzer auch ein bisschen Glück: Das entscheidende Tor erzielte Dimitrios Grammozis mit einem satten Rechtsschuss aus 20 Metern eine Viertelstunde vor Schluss, obwohl er nach eigenen Angaben „gar nicht gezielt“ hatte. Aber der Ball prallte von der Latte ins Tor.

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