Mixed-Staffel im Biathlon : Die Mischung macht’s

Die Mixed-Staffel im Biathlon hat sich gut entwickelt und ist nun olympisch. Am Sonntag findet in Östersund das erste Rennen der neuen Weltcup-Saison statt.

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Ältere Frau voraus. Die 35-jährige Andrea Henkel (vorne) startet heute in Östersund in ihre letzte Biathlon-Saison.
Ältere Frau voraus. Die 35-jährige Andrea Henkel (vorne) startet heute in Östersund in ihre letzte Biathlon-Saison.Foto: Imago

Der Ältesten im Team konnte es beim Start in ihren letzten Biathlon-Winter nicht schnell genug gehen. Zusammen mit den Skitechnikern des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) fuhr Andrea Henkel schon am Donnerstag die sechs Stunden vom Trainingslager in Norwegen hinüber nach Östersund. In der mittelschwedischen Stadt starten die Biathleten wie gewohnt in den Weltcup. Am Sonntag, mit der Mixed-Staffel (15.30 Uhr, ARD und Eurosport live). Henkels Mitstreiter Franziska Hildebrand, Florian Graf und Arnd Peiffer hatten es weniger eilig. Sie kamen erst am Freitag nach.

Diese vier stellen Deutschlands Team bei einem Wettkampf, der bei der WM 2008 in Östersund noch irgendwie ins Programm hineingepresst worden war. Doch das ungeliebte Stiefkind hat sich seither prächtig entwickelt: Im Februar wird der Wettbewerb seine olympische Premiere feiern. Dann wird auch auch Andreas Birnbacher wieder dabei sein wollen.

In Schweden lässt der 32-jährige Oberbayer, im letzten Winter als Fünfter im Gesamtweltcup bester Deutscher, den Mixed-Wettbewerb noch aus, um noch mal ein paar Tage mit seinem im April geborenen Sohn verbringen zu können. Von Reit im Winkl aus verliert er ein paar nette Worte über die neue Disziplin der Biathleten. „Die Mixed-Staffel hat sich in den letzten Jahren wirklich gut entwickelt“, sagt Birnbacher. „Es kommen viele Nationen als Favoriten hinzu, weil viele zwei gute Damen und zwei gute Herren stellen können – bei vier Startern in den normalen Staffeln wird das schon schwieriger.“ Von daher sei das biathletische Mixed „sicher genauso spannend“ wie die anderen Staffeln auch.

Dem ersten Wettbewerb der olympischen Saison blickt der Niederbayer Florian Graf mit Spannung entgegen: „Das ist ein guter Wettbewerb, um zum ersten Mal wieder Weltcup-Luft zu schnuppern.“ Die Hallenserin Franziska Hildebrand ergänzt: „Es wäre schön, wenn ich meinen Staffelkameraden eine gute Position mit auf den Weg geben könnte.“ Neben Russland und Deutschland gibt es allerdings zahlreiche weitere Favoriten auf einen der vorderen Plätze. „Es ist gar nicht mehr so einfach, vorne reinzulaufen, wie es vielleicht am Anfang der Fall war“, sagt Arnd Peiffer. Ihm gefällt genau diese Unberechenbarkeit der Biathlon-Mixed-Staffel: „Die Tschechen waren bei der letzten WM ganz stark – obwohl sie in den einzelnen Staffeln nicht unbedingt immer auf dem Podest standen. Und von der Sorte gibt es ein paar Nationen – das macht richtig Spaß, da ist richtig Zug im Laden.“

Wie ihr Mixed-Teamkollege sieht das auch die 35 Jahre alte Andrea Henkel, vorzeitig eingetroffen an der ersten Station ihrer definitiven Abschiedstour. „Am Anfang ist die Mixed-Staffel ja recht stiefmütterlich behandelt worden, so mitten ins Programm gepresst“, erinnert sich die Thüringerin, die nach dieser Saison ihre Karriere beenden wird und als Fitnesstrainerin arbeiten will. „Inzwischen ist das ein richtig hartes Rennen, ein sehr interessanter Wettkampf. Und er macht mir tierisch Spaß.“

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