Mönchengladbach gegen Bayern : Eingespielt hat ausgespielt

Borussia Mönchengladbach muss am Freitagabend im Eröffnungsspiel der Rückrunde gegen den FC Bayern umstellen. Besonders bitter ist der Verlust von Tony Jantschke.

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Am ersten Spieltag schlugen Franck Ribery und die Bayern Mönchengladbach mit 3:1.
Am ersten Spieltag schlugen Franck Ribery und die Bayern Mönchengladbach mit 3:1.Foto: dpa

Rund fünf Jahre netto arbeitet Lucien Favre jetzt schon in der Bundesliga. Nach so langer Zeit ist es nicht verwunderlich, dass die Amts- und Verkehrssprache des Schweizers inzwischen offensichtlich das Deutsche ist. Etwas mehr als eine Woche ist es her, dass Favre auf einem Fußballplatz in Belek an der Seitenlinie entlanglief und stumme Flüche ausstieß. Seinen Lippen war deutlich zu entnehmen, dass sie mit Sch… anfingen. Dann hob der Trainer von Borussia Mönchengladbach eine Wasserflasche und tat so, als ob er sie auf den Boden pfeffern wollte.

Ausfall von Tony Jantschke bitter für die Borussia

Auch wenn es bei der Andeutung blieb: Favres Ärger war echt. Tony Jantschke lag lädiert auf dem Rasen. Borussias Innenverteidiger hatte im Testspiel gegen Hertha BSC den Ellbogen von Per Skjelbred ins Gesicht bekommen und sich am Jochbein verletzt. Er fehlt auch heute Abend (20.30 Uhr, live in der ARD und bei Sky), wenn die Gladbacher zu Beginn der Rückrunde den Multiple-Sieger Bayern München empfangen. Für die große Öffentlichkeit mag Jatnschkes Ausfall keine besonders spektakuläre Nachricht sein, für Favre aber ist es ein bitterer Verlust. Der frühere U-21-Nationalspieler hat in der Hinrunde keine einzige Sekunde gefehlt.

Na und, könnten die Bayern entgegnen: Bei uns fallen Bastian Schweinsteiger und Javier Martinez aus, der Einsatz von Europas Fußballer des Jahres, Franck Ribéry, ist noch fraglich. Aber zum einen verfügen die Bayern auch darüber hinaus über genügend Qualität in ihrem Kader, zum anderen ist die Rotation bei ihnen eher die Regel als die Ausnahme. Ganz anders als bei den Gladbachern, die zuletzt sieben Mal hintereinander mit derselben Startelf aufgelaufen sind. Selbst bei seinen Wechseln ist Favre eher konservativ vorsichtig. In den vergangenen sieben Spielen hat er nie vor der 83. Minute ausgewechselt.

Favre muss sein Team gegen die Bayern umbauen

Der Erfolg der Gladbacher, die noch vor Borussia Dortmund auf Platz drei überwintert haben, beruht zu großen Teilen auf der Eingespieltheit der Mannschaft. Dass Favre sein Team nun ausgerechnet im Spitzenspiel gegen die übermächtigen Bayern umbauen muss, wird ihm nicht unbedingt gefallen. Alvaro Dominguez wird den verletzten Jantschke ersetzen: „Er ist bereit“, sagt Favre über den Spanier, der seit Anfang Oktober wegen einer Schulterverletzung ausgefallen war.

Vor zwei Jahren hat das Duell Gladbach gegen Bayern ebenfalls die Rückrunde eröffnet – damals siegte die Borussia 3:1. Aber seitdem haben die Bayern deutlich an Klasse zugelegt. Seit nunmehr 41 Spielen sind die Münchner ungeschlagen, und dass sie am Wochenende ihren letzten Test gegen Salzburg deutlich verloren haben, wird in Mönchengladbach eher als Ablenkungsmanöver gewertet. Trotzdem sagt Lucien Favre: „Wir haben Respekt vor den Bayern, aber keine Angst.“

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