Mönchengladbach - St. Pauli 1:2 : Gladbach im Keller

Für Gladbach geht es weiter bergab. Nach den beiden Schlappen gegen Frankfurt und Stuttgart verliert die Borussia auch gegen Aufsteiger FC St. Pauli. Dabei sieht es lange nach dem erhofften Befreiungsschlag aus.

Michel Frontzeck kann es nicht fassen. Schon wieder verlieren seine Gladbacher, diesmal nicht haushoch, sondern nach eigener Führung.
Michel Frontzeck kann es nicht fassen. Schon wieder verlieren seine Gladbacher, diesmal nicht haushoch, sondern nach eigener...Foto: dpa

Nach zuletzt deftigen Niederlagen gegen Frankfurt (0:4) und Stuttgart gaben die Borussen bei der 1:2 (1:0)-Niederlage gegen die Hanseaten einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand. Juan Arango hatte die Mannschaft von Michael Frontzeck vor 41.080 Zuschauern im Borussia-Park in der 25. Minute verdient in Führung gebracht, doch der eingewechselte Gerald Asaoah (66.) und Florian Bruns (71./Foulelfmeter) drehten die Partie noch zugunsten der Hanseaten, die ihren ersten Bundesliga-Sieg am Niederrhein seit mehr als 15 Jahren feierten. Der Gladbacher Mohammadou Idrissou sah zudem in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte (90.+2).

Anders als zuletzt gegen Frankfurt (0:4) und den VfB zeigte die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck zunächst Leidenschaft und Einsatz, verspielten den zweiten Saisonsieg aber erneut durch Unkonzentriertheiten in der Abwehr.

Frontzeck gab fast seiner kompletten Elf die Chance zur Rehabilitation. Lediglich der am Fuß verletzte Innenverteidiger Dante, der sechs Wochen ausfällt, musste durch Bamba Anderson vertreten werden. Pauli-Coach Holger Stanislawski, der beim letzten Bundesliga-Duell der Clubs im Februar 2002 noch selbst auf dem Platz gestanden hatte, brachte nach dem achtbaren 1:1 im Derby gegen den HSV in Max Kruse, Charles Takyi und Kapitän Fabio Morena drei frische Kräfte. Allerdings musste Morena schon nach 22 Minuten wegen einer Bänderdehnung wieder für Carlos Zambrano weichen.

Nach zuletzt elf Gegentoren gingen die Borussen wie versprochen aggressiver und aufmerksamer zu Werke. Bereits in der 6. Minute bejubelten die Fans das vermeintliche 1:0, doch Marco Reus wurde zurückgepfiffen, weil Juan Arango zuvor im Abseits stand. Allerdings waren die Gäste in der Anfangsphase sogar das aktivere Team, ohne sich aber große Chancen zu erspielen. Einzig ein Schuss von Florian Bruns (21.) sorgte für ein wenig Gefahr.

Nach verpassten Möglichkeiten von Patrick Herrmann (17.) und Mohamadou Idrissou (20.) gelang Gladbach dann die ersehnte Führung. Einen Kopfball von Idrissou konnte Pauli-Keeper Thomas Kessler wie kurz zuvor einen abgefälschten Reus-Schuss (23.) zwar noch abwehren. Doch diesmal stand Arango goldrichtig und hatte im Nachsetzen keine Mühe. Fast wäre Michael Bradley (38.) sogar das 2:0 noch vor der Pause gelungen.

Nach dem Wechsel drängten die „Kiezkicker“ auf den Ausgleich. Einen Schuss von Zambrano (55.) kratzte Thorben Marx in höchster Not von der Linie. Zuvor hatten Marx (47.) und Reus (54.) mit Distanzschüssen das Hamburger Tor nur knapp verfehlt. Der ehemalige Schalker Asamoah sorgte nach seiner Einwechslung wie schon gegen den HSV für viel Schwung und brachte sein Team mit dem Ausgleich wieder ins Spiel. Und für Gladbach kam es noch schlimmer. Einen von Roel Brouwers an Fin Bartels verschuldeten Foulelfmeter verwandelte Bruns sicher und bescherte seinem Club den zweiten Saisonsieg. (dpa)

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