Mönchengladbach : Trio mit drei Punkten

Drei umstrittene Gladbacher Spieler besiegen Hannover - allen voran Oliver Neuville. Trainer Meyer begegnet der Kritik der Fans mit milder Ironie.

Richard Leipold[Mönchengladbach]
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Alter Hoffnungsträger. Oliver Neuville spielt noch einmal groß auf. Foto: dpa

Als Hans Meyer, der Trainer von Borussia Mönchengladbach, einen Publikumsliebling gegen den anderen austauschte, machte sich Unmut breit im Borussia-Park. Marko Marin, der junge Hoffnungsträger, musste das Feld räumen für Oliver Neuville, einen alten Hoffnungsträger. Viele Fans haben das nicht goutiert und deshalb heftig gepfiffen. Im Bewusstsein, richtig entschieden zu haben oder wenigstens nicht falsch, deutete Meyer die Kritik der Basis später auf seine Art.

Er lobte Marin für sein Tor und andere gelungene Aktionen, und er tadelte den begabten Jungprofi für seine Mitschuld an einem Gegentreffer. Aber es gebe keinen Grund, ihm gram zu sein. „Ich habe nicht verstanden, dass die Zuschauer Marin ausgepfiffen haben.“ Natürlich wusste Meyer, dass die Pfiffe nicht Marin galten, sondern ihm, dem Trainer, der den jugendlichen Helden herausgenommen hatte, bevor der letzte Akt des Dramas begann. Aber was machte das? Nach dem dringend benötigten 3:2 über Hannover 96 begegnete Meyer dem Protest der Basis mit milder statt mit aggressiver Ironie. Die Pfeifenden konnten ja nicht wissen, dass Neuville das 3:2 schießen würde.

Als Neuville die Arbeit aufnahm, stand das Spiel auf der Kippe. Gladbach hatte die Kontrolle über das Geschehen verloren. Nach den Treffern von Alexander Baumjohann und Marko Marin bekamen die Borussen Angst vor einem harmlosen Gegner, für den Sergio Pinto und Christian Schulz trafen. „Beim Stand von 2:0 hätte eine Mannschaft, die cleverer ist als unsere, den Kopf länger oben behalten und wäre nicht mehr in solche Schwierigkeiten geraten“, sagte Meyer. Doch als die Heimelf drauf und dran war, die Partie noch zu verlieren, machte sich der Einsatz Neuvilles bezahlt. Der älteste Spieler vollendete, was zwei junge angefangen hatten. Dieses Zusammenwirken mag für die Balance zwischen Jung und Alt stehen, die Meyer in der Hinrunde bemängelt hatte.

Gerade den drei Spielern, die gegen Hannover erfolgreich waren, wurde nachgesagt, ihr Verhältnis zu Meyer sei nicht ungetrübt. Der Trainer soll sich darüber lustig gemacht haben, dass Marin und Baumjohann verfrüht den Status von Stars erlangt hätten. Marin wiederum sieht sich zu oft ein- oder ausgewechselt. Und der 35 Jahre alte Neuville, vor kurzem als Kapitän abgesetzt, muss sich an die Rolle eines Ergänzungsspielers erst gewöhnen, zumal er noch genauso ehrgeizig wirkt wie seine Kollegen. Dank dieses Trios der Umstrittenen ist für den Tabellenletzten Gladbach wieder Land in Sicht.

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