Sport : Mohamed Jedidi

Elfmeterschütze, Tunesien

Benedikt Voigt

Mohamed Jedidi wird diesen Abend so schnell nicht vergessen. Es ist jener olympische Tag, an dem der tunesische Fußballer wegen des tahitischen Schiedsrichters Charles Ariiotima vor den Augen der Welt ein langes Elfmetertraining absolvieren musste. Sechsmal sollte er beim Spiel zwischen Tunesien und Serbien-Montenegro einen Elfmeter schießen, weil ihn der Referee den Strafstoß so oft wiederholen ließ. Tunesien siegte am Ende mit 3:2, dennoch schieden beide Teams aus dem Turnier aus.

Bei Jedidis erstem verwandelten Elfmeter monierte der Schiedsrichter den verzögerten Anlauf des Tunesiers. Beim zweiten und dritten ebenso. Schiedsrichter Ariiotima zückte nach dem dritten Schuss die Gelbe Karte für den unbelehrbaren Schützen. Den vierten Elfmeter hielt der serbische Torwart, doch hatte der Mann aus Tahiti nun eine Regelübertretung der serbischen Mannschaft gesehen. Den fünften Versuch konnte Jedidi erst im Nachsetzen ins Tor köpfen, doch der geduldige Schiedsrichter ließ auch diesen noch einmal wiederholen. Der Tunesier lief ein sechstes Mal an, schoss den Ball zum 2:1 ins Tor – und jubelte nicht. Er blickte unsicher zum Schiedsrichter. Dieser hatte keine Einwände mehr.

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