Monica Seles : Die dritte Karriere

Rund fünf Jahre nach ihrem letzten Spiel will Monica Seles auf den Tennisplatz zurückkehren. Wenn der Körper mitspielt. Ein Comeback soll es nicht sein, eher ein Neuanfang.

Monica Seles
Will nicht länger zuschauen: Monica Seles. -Foto: AFP

Los Angeles - Monica Seles kann es nicht lassen. Viereinhalb Jahre nach ihrem letzten großen Match in der ersten Runde der French Open in Paris will die einstige Nummer eins der Weltrangliste zurück auf den Tennisplatz. „Ich liebe es zu spielen. Daran hat sich nie etwas geändert“, sagte die gebürtige Serbin zwei Tage nach ihrem 34. Geburtstag. In Key Biscayne soll das Comeback Ende März des kommenden Jahres steigen – wenn der lädierte Rücken und die strapazierten Sprunggelenke mitspielen. Knapp fünf Jahre werden dann vergangen sein seit ihrem deprimierenden 4:6, 0:6-Erstrunden-Aus in Paris gegen die Russin Nadja Petrowa.

Außer bei ein paar Auftritten in der amerikanischen Team-Tennis-Serie, in der auch Steffi Graf und andere Ehemalige hier und da für einen guten Zweck zum Schläger greifen, mied die neunmalige Grand-Slam-Siegerin die weltweiten Tenniscourts. Das Wort vom Rücktritt machte zwar überall die Runde, doch über ihre Lippen kam es nach 53 gewonnenen Titeln und 14 891 762 Dollar Preisgeld nicht. Deshalb, sagte Seles der „Los Angeles Times“, könne man auch nicht von einem Comeback sprechen. „Eine komplette Saison kann ich sicherlich nicht mehr durchhalten. Aber ich denke ernsthaft über einen Start bei den Grand Slams nach und bei ein paar weiteren der besseren Turniere.“

Ihre Rückkehr sei also kein Comeback, aber ein neuer Anfang. „Es wäre meine dritte Karriere“, sagte die in Florida lebende Seles, die 1991 erstmals Platz eins der Weltrangliste übernommen hatte und diese Position insgesamt 178 Wochen lang innehatte. Zum Vergleich: Steffi Graf war 377 Wochen an der Spitze der Tenniswelt. Der schwärzeste Moment in Seles’ Karriere ereignete sich am 13. April 1993 beim Turnier am Hamburger Rothenbaum, als ihr ein verwirrter Fan ein Messer in den Rücken rammte. Das Attentat beendete ihre erste Karriere, wie es die danach psychisch schwer angeschlagene Topspielerin nannte. Erst nach zwei Jahren und drei Monaten fand sie den Weg zurück auf den Tennisplatz. Doch immer wieder wurde sie durch mehr oder minder schwere Verletzungen gestoppt, bis vor viereinhalb Jahren gar nichts mehr ging und zumindest ihre zweite Karriere beendet war. dpa

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