Sport : Moral stimmt, Ergebnis nicht

1. FC Union unsicher nach dem 2:2 gegen Essen.

Anke Myrrhe

Berlin - Daniel Schulz wollte den Ball eigentlich nur aus dem Strafraum schlagen. Kein direkter Gegenspieler war in Sicht und Unions Torwart Jan Glinker rechnete nicht mehr mit einem Angriff. Doch der Ball rutschte dem Kapitän der Berliner über den Spann und flog in hohem Bogen ins eigene Tor. Sechste Spielminute, 1:0 für Rot-Weiss Essen.

Nach diesem denkbar unglücklichen Start präsentierten sich die Berliner kampfbereit und holten zweimal einen Rückstand wieder auf. Am Ende waren sie mit dem 2:2 im Stadion an der Alten Försterei „fast zufrieden“, so Trainer Uwe Neuhaus. Fast, weil eigentlich endlich mal wieder ein Sieg her muss; zufrieden, weil seine Mannschaft nicht aufgab und in der 85. Spielminute die Niederlage gerade noch abgewendet werden konnte.

Diese Unsicherheit ist symptomatisch für die Gesamtsituation des 1. FC Union in der Saison. Nach zehn Spieltagen ist klar, dass das angekündigte Saisonziel, sich für die neue eingleisige Dritte Liga zu qualifizieren, nicht so einfach zu erreichen sein wird. Dazu müsste Union am Ende mindestens auf dem zehnten Tabellenplatz stehen, derzeit ist es aber nur Rang 13.

Trotzdem zeigte sich Uwe Neuhaus nach dem Spiel optimistisch. „Nach so einem frühen Eigentor bricht eine Mannschaft normalerweise zusammen“, sagte Unions Trainer. Sein Kapitän Daniel Schulz habe aber die richtige Einstellung gezeigt: „Daniel hat sofort den Ball aus dem Netz geholt und damit gezeigt, dass wir uns nicht unterkriegen lassen.“ Die Mannschaft habe sich wesentlich besser präsentiert als vor zwei Wochen in Erfurt, wo man trotz einer ausgeglichenen Partie 0:2 verlor.

Das gibt ihm Hoffnung für das Spiel beim Tabellenführer Wuppertaler SV am kommenden Mittwoch. „Natürlich wird es nicht leicht“, sagt Neuhaus. Trotzdem könne seine Mannschaft „gestärkt und mit viel Selbstvertrauen nach Wuppertal fahren“, zumal der Tabellenführer zuletzt 1:5 in Erfurt verlor. Dann sollte Union aber gewinnen, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren. 

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