Sport : Morddrohung gegen den FC Bayern

Verein macht ausgeschlossene Fanklubs verantwortlich

Markus Schäflein

München. Der Fanbeauftragte des FC Bayern München, Raimond Aumann, und Vorstandsmitglied Karl Hopfner haben über das Internet anonyme Morddrohungen erhalten. Der Verein habe „Strafanzeige gegen eine konkrete Person gestellt“, sagte Pressesprecher Markus Hörwick. Die Person sei Mitglied in zwei der drei Fanklubs, die der Verein in der vergangenen Woche ausgeschlossen habe, so Hörwick. Der Verein wirft den Fanklubs vereinsschädigendes Verhalten, Sachbeschädigung und eine massive Bedrohung anderer Fanklubs vor.

Die Münchner Polizei hat wegen der Drohungen Ermittlungen aufgenommen. „Wir ermitteln zunächst gegen unbekannt“, sagte Polizeisprecher Peter Reichl. Der FC Bayern geht davon aus, dass die Drohungen von Mitgliedern der ausgeschlossenen Fanklubs Club Nr. 12, Schickeria und Red Sharks kommen. „Diese Leute sind sehr geschickt, hochintelligent, Betriebswirtschaftler“, sagte Hoeneß der Sport-Bild. „Das Gefährliche ist, wenn sie irgendwann in Anzug und Krawatte einen totschlagen.“

Die Fanklubs weisen die Anschuldigungen zurück. „Das ist alles so lächerlich“, sagt Gregor Weinreich, Vorsitzender des ausgeschlossenen Club Nr. 12. Er habe mit einem Anwalt rechtliche Schritte wegen Verleumdung besprochen. „Wir wollen, dass die Pressemitteilung von vor einer Woche, in der wir als gewaltbereit dargestellt werden, dementiert wird“, sagte Weinreich, „von den Morddrohungen bin ich total schockiert. Wir sind zur Zusammenarbeit bereit, um das aufzuklären.“ Die Fans bleiben bei ihrem Vorwurf, der Verein versuche sie aufgrund vereinskritischer Äußerungen pauschal zu diskreditieren und auszugrenzen.

Der Club Nr. 12 hatte versucht, mit rund 500 Mitgliedern den Rang einer inoffiziellen Dachorganisation der Fanklubs zu erreichen, knapp hundert Vorsitzende anderer Gruppierungen sind laut Weinreich dort Mitglied. Zudem hatte sich der Fanklub für fanfreundliche Anstoßzeiten eingesetzt, sich in die Stadiondebatte eingemischt, den Erhalt von Stehplätzen gefordert und ein 20 Seiten starkes Papier zur Vergabe von Auswärtskarten erarbeitet. Die Red Sharks hatten unter anderem gegen ein farblich auf den Sponsor abgestimmtes Trikot protestiert.

Hörwick bestreitet, dass diese Aktionen ein Grund für den Ausschluss der Fans sind. Er sagt: „Jeder Fanklub kennt die Regularien, und diese Leute haben sich nicht benommen wie die 62 950 anderen im Stadion.“

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