• Morddrohung:Schiedsrichter tritt zurück Frisk beendet Karriere aus Angst um sein Leben

Sport : Morddrohung:Schiedsrichter tritt zurück Frisk beendet Karriere aus Angst um sein Leben

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Stockholm Am Freitag hatte Anders Frisk genug. Nach massiven Morddrohungen beendete der Fußball-Schiedsrichter seine Karriere mit sofortiger Wirkung. „Ich werde nie wieder einen Fußballplatz betreten“, sagte der Schwede. Frisk, der neben dem Deutschen Markus Merk und dem Italiener Pierluigi Collina zu den weltbesten Schiedsrichtern gehört, begründete seinen völlig überraschenden Schritt mit einer Welle von Drohungen seit dem Hinspiel im Achtelfinale der Champions League zwischen dem FC Barcelona und dem FC Chelsea Ende Februar.

Nach eigenen Angaben hat Frisk seitdem zahlreiche Morddrohungen von Chelsea-Anhängern per Telefon, Post und Mail erhalten. „Ich habe meine Tochter aus Angst den Briefkasten nicht mehr öffnen lassen“, sagte der 42-jährige. Unmittelbar nach dem Spiel in Barcelona wurde ihm vom Trainer der Londoner, José Mourinho, vorgeworfen, dass er Barcelonas Coach Frank Rijkaard während der Halbzeitpause in seiner Kabine empfangen habe. Zuvor hatte Frisk Chelseas Didier Drogba eine umstrittene Gelb-Rote Karte gezeigt.

Inzwischen ist der FC Chelsea durch das 4:2 im Rückspiel in die nächste Runde eingezogen. Die Bedrohungen seien dadurch aber nicht weniger geworden. „Es ist mit jedem Tag weiter eskaliert und bis jetzt immer schlimmer geworden“, sagte Frisk. Sprecher des schwedischen Fußballverbandes äußerten sich kritisch gegenüber den Verantwortlichen bei Chelsea, weil sie Spieler und Fans gegen den Schiedsrichter „aufgehetzt“ hätten.

Frisk war vorher beim Champions-League-Spiel zwischen dem AS Rom und Dynamo Kiew im vergangenen September von einer Münze getroffen worden und blutend zusammengebrochen. Das Spiel wurde abgebrochen und 3:0 für Kiew gewertet. Drei Monate später wurde Frisk beim Champions-League-Spiel zwischen dem FC Valencia und Werder Bremen (0:2) mit Gegenständen beworfen und danach von Valencias damaligem Trainer Claudio Ranieri schwer beleidigt.

„Ich bin Dingen ausgesetzt worden, die für mich früher unvorstellbar waren“, sagte Frisk. „Jetzt hoffe ich, dass diese Leute damit aufhören, wenn sie wissen, dass ich nicht mehr pfeife.“ Die Vorwürfe von Mourinho wegen seiner angeblichen Kontakte mit Rijkaard würden ihm „nach so vielen Jahren im internationalen Fußball besonders weh tun. „Ich bin doch so erfahren. Alle müssten eigentlich wissen, dass ich während eines Spiels niemals einen Trainer in meine Kabine lasse“. dpa

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