Sport : Moskau kann kommen

Deutsche Leichtathleten werden Zweiter bei der Team-Europameisterschaft.

Sie haben es getan. Bei der Team-EM in Gateshead stellten die Deutschen sechs Sieger, Diskuswurf-Olympiasieger Robert Harting war natürlich auch darunter. Foto: dpa
Sie haben es getan. Bei der Team-EM in Gateshead stellten die Deutschen sechs Sieger, Diskuswurf-Olympiasieger Robert Harting war...Foto: picture alliance / dpa

Gateshead - Knapp 50 Tage sind es noch bis zu den Weltmeisterschaften der Leichtathleten in Moskau. Beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) wächst der Optimismus vor dem Großereignis dieser Saison. Bei der Team-Europameisterschaft in England kamen die Deutschen immerhin auf den zweiten Rang. „Das ist ein fantastisches Ergebnis für den DLV“, sagte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen am Sonntag in Gateshead. „Wir haben noch nie so viele Punkte geholt und uns auf hohem europäischen Niveau bewegt.“ Nachdem die von Kapitän Robert Harting angeführte DLV-Mannschaft nach dem ersten Tag sogar die Gesamtwertung angeführt hatte, zog Titelverteidiger Russland mit insgesamt 354,5 Punkten noch vorbei und sicherte sich den dritten Sieg nach 2010 und 2011. Deutschland sammelte 347,5 Punkte. Gastgeber Großbritannien (338 Punkte) wurde Dritter.

Die 49 DLV-Starter konnten insgesamt in sechs der 40 Disziplinen Einzelsiege verbuchen. „Die Leistungsträger sind auf einem guten Weg“, sagte Kurschilgen. Obwohl es aufgrund widriger Wetterbedingungen kaum WM-reife Spitzenresultate gab. So reichten dem Berliner Diskus-Olympiasieger Harting mäßige 64,25 Meter, um zu gewinnen. „Die eigene Leistung ist bei der Team-EM nicht so wichtig. So gesehen habe ich das Mögliche getan“, sagte Harting. Er sieht Gateshead als „wichtigen Zwischenschritt für die WM“.

Hallen-Europameisterin Christina Schwanitz aus Erzgebirge, die in diesem Jahr schon mit 20,20 Metern glänzte, musste sich auch nicht groß anstrengen, um Platz eins zu erreichen: 19,30 Meter reichten zum Sieg im Kugelstoßen. „Die Weite vergessen wir schnell“, sagte sie.

Als sichere Siegerin erwies sich Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler, die mit 74,31 Metern Anita Wlodarczyk aus Polen (74,14) und Sophie Hitchon (Großbritannien/72,97 Meter) auf Platz zwei und drei verwies. „76 oder 77 Meter waren bei diesen Bedingungen nicht drin“, sagte die 29-jährige Olympiadritte aus Frankfurt am Main. Im letzten Versuch flog ihr Hammer noch an die 75-Meter-Marke, wurde aber ungültig gewertet, weil sie vorne aus dem Ring fiel. „Ich bin ausgerutscht, schade“, sagte Heidler.

Einen Aussetzer hatte der zuletzt so erfolgsverwöhnte Olympiazweite Björn Otto im Stabhochsprung. Der Kölner kam in dem wegen Regens in die Halle verlegten Wettbewerb nicht über 5,50 Meter und den dritten Platz hinaus. Olympiasieger Renaud Lavillenie (Frankreich) gewann mit 5,77 Metern. „Die Höhe war da, ich bin sehr enttäuscht“, sagte Otto und schimpfte über den löchrigen Boden der Anlaufbahn: „Bevor man abspringt, ist man zerschellt.“ Nicht zufrieden war ebenso der ehemalige Europameister Christian Reif, der mit 7,94 Metern nur Rang vier im Weitsprung belegte.

Bereits am ersten Tag hatten Silke Spiegelburg (Stabhochsprung), Christina Obergföll (Speerwurf), David Storl (Kugelstoßen) und Silvio Schirrmeister (400 Meter Hürden) ihre Konkurrenten hinter sich gelassen. Schirrmeister konnte als einziger DLV-Läufer einen Einzelsieg verbuchen. Der Chemnitzer gewann in persönlicher Bestzeit von 49,15 Sekunden, unterbot damit die WM-Norm und lief dem britischen Weltmeister David Greene (49,39 Sekunden) davon. „Das war Hammer!“, freute sich Schirrmeister.

Bei Silke Spiegelburg dagegen war es weniger der Hammer. Sie übersprang nur übersichtliche 4,60 Meter. „Mehr ging bei den Bedingungen nicht“, sagte die WM-Vierte aus Leverkusen. Gewonnen, mehr nicht: So lautete auch das Fazit von David Storl. Mit 20,47 Metern bezwang der Olympiazweite allerdings Olympiasieger Tomasz Majewski (Polen/20,29). „Ich hoffe, dass ich langsam besser in die Wettkämpfe komme und bald mal wieder 21 Meter stoße“, sagte Storl. Luft nach oben hat auch die Olympiazweite Christina Obergföll (Offenburg), die mit 62,64 Metern im Speerwurf dennoch einen guten Beitrag für das Team leistete. dpa

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