Sport : Motchebon träumt wieder von Olympia

Oliver Trust

Eigentlich hatte Nico Motchebon mit seiner Karriere schon so gut wie abgeschlossen. Wenn es mit der Qualifikation für die Leichtathletik-WM in Edmonton nichts werden würde, dann müsse er wohl einen Schlussstrich ziehen, sagte Motchebon im vergangenen Winter. Damals wurde der Berliner in der Hallensaison zwar Deutscher Meister über 800 m, doch die Folgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers ließen alles andere zu als Ergebnisse im Bereich seiner Bestleistungen. Für Edmonton qualifizierte sich Nico Motchebon nicht. Doch seine Karriere hat der Mittelstreckenläufer, der vor der Zeit des Olympiasiegers Nils Schumann die Strecke in Deutschland jahrelang dominiert hatte, trotzdem nicht beendet. Im Gegenteil. Nico Motchebon hat neue Ziele, und zwar nicht nur für das nächste Jahr. "Eine volle Hallensaison" will der 31-Jährige laufen, möglichst inklusive der Hallen-EM Anfang März in Wien. Das große Ziel im nächsten Jahr ist natürlich die Europameisterschaft 2002 in München, doch auch Olympia 2004 in Athen hat Motchebon noch vor Augen. "So wie jetzt will ich nicht aufhören", sagt der Berliner, der jahrelang für den LAC Quelle Fürth startete.

Nach dem finanziellen K.o. des Fürther Klubs muss sich Nico Motchebon seine Laufschuhe auch künftig nicht selbst kaufen. Der ehemalige Moderne Fünfkämpfer hat jetzt mit Salamander Kornwestheim einen neuen Verein gefunden. In Kornwestheim unterschreibt er einen Dreijahresvertrag. Außerdem schließt er sich einer Trainingsgruppe beim VfL Sindelfingen an, denn Motchebon wohnt zurzeit in Stuttgart und lässt sich dort zum Event-Manager ausbilden.

Doch trotz der neuen beruflichen Perspektive schwitzt Motchebon für ein Comeback. Nach zwei für ihn verlorenen Jahren mit zahlreichen Verletzungen und Krankheiten, die ihm auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen von Sydney 2000 kosteten, will er noch einmal angreifen. "Nach Sydney hätte ich aufgehört, nun möchte ich weiter machen", sagte Motchebon.

Es ist ein Rückkehrversuch mit Hindernissen. Schwächere Leistungen kosteten Motchebon nicht nur den Ausrüstervertrag mit einem Sportartikelhersteller, sondern auch die Aufmerksamkeit des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV). Neulich, erzählt Motchebon, habe es zum Beispiel einen Regenerationslehrgang für Angeschlagene gegeben. Ohne ihn.

Aber der Ehrgeiz, meint der Läufer nun, sei wieder da. "Es ist klar, dass man nach zwei solchen Jahren nicht mehr die Voraussetzungen hat wie vorher", meint Nico Motchebon. "Das war schon sehr belastend im Moment." Trotzdem hält er an seinen neuen sportlichen Zielen fest.

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