Sport : Motivation für die Liga

Alba holt sich im Uleb-Cup neues Selbstvertrauen

Helen Ruwald

Berlin - Jovo Stanojevic kam schon vor dem Spiel gegen Gravelines Dünkirchen ins Schwitzen, auf ärztliche Anordnung. Der Basketballprofi von Alba Berlin hatte sich einen Magen-Darm-Virus eingehandelt, auf dem Weg zur Max-Schmeling-Halle wurde ihm so schlecht, dass er sein Auto anhalten musste. Mannschaftsarzt Gerd-Ulrich Schmidt gab ihm Medikamente, der Centerspieler bekämpfte die Krankheit mit einer Schwitzkur – und war mit 24 Punkten Albas bester Werfer beim 94:92-Sieg nach Verlängerung. Von zwölf Punkten in den letzten fünf Minuten machte er fünf. „Er hat unglaublich gespielt“, sagte Spielmacher Mithat Demirel.

Auch Stanojevics Kollegen waren ins Schwitzen gekommen. Zur Pause führte Alba mit elf Punkten Vorsprung und machte es dann noch unnötig spannend. „Wir haben die erste Halbzeit kontrolliert und waren zufrieden. Vielleicht haben wir auch deshalb Probleme bekommen“, sagte Trainer Emir Mutapcic. Zudem stellten die Gäste ihre Verteidigung um, womit Alba nicht zurecht kam. Positiv ist für Mutapcic, „dass wir dennoch gewonnen haben“. Wie Stanojevic so bewies auch das gesamte Team, dass es mit schwierigen Situationen umgehen kann und ein solches Spiel eben nicht verliert.

Mit drei Siegen liegt Alba punktgleich mit dem nächsten Gegner Paok Saloniki an der Tabellenspitze und hat gute Chancen, ins Achtelfinale einzuziehen. Doch erst einmal tritt der Deutsche Meister Skyliners Frankfurt morgen (18.30 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle an, gegen den Alba in der vergangenen Saison zwei herbe Heimniederlagen einsteckte. Dem 56:75 im Pokalviertelfinale folgte ein 66:81 in der Bundesliga „Diese Niederlagen dürfen uns nicht lähmen, sondern müssen uns motivieren“, sagte Mutapcic.

Während Alba Dünkirchen in letzter Sekunde besiegte, unterlag Frankfurt bei Panathinaikos Athen nach deutlicher Führung 67:72. Erst eines von vier Europaligaspielen gewannen die Skyliners, an den ersten beiden Spieltagen verloren sie mit 30 Punkten Unterschied. „Nach unseren Niederlagen in der Europaliga in den letzten Jahren haben viele gesagt, Alba ist international nicht reif“, erinnert sich Demirel, „jetzt erlebt eine andere Mannschaft, wie es ist, wenn man sich dann wieder für die Bundesliga aufbauen muss.“ Und wenn morgen ein Team ins Schwitzen kommt, dann sollten es bitte die Frankfurter sein.

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