Sport : Motivation für die Reise nach Wetzlar

Kapitän Laen verlängert bei den Füchsen bis 2013

von
Großer Wurf. Laen verlängerte seinen auslaufenden Vertrag um zwei Jahre. Foto: Wolff
Großer Wurf. Laen verlängerte seinen auslaufenden Vertrag um zwei Jahre. Foto: Wolff

Berlin - So überraschend ist das alles nicht gewesen. Dass Füchse-Kapitän Torsten Laen seinen bis Sommer befristeten Vertrag in Berlin nicht verlängern würde, dafür gab es nicht das geringste Anzeichen. „Man versucht immer ein wenig zu pokern“, begründet der Däne, warum sich die Entscheidung, bis 2013 zu bleiben, dennoch ein wenig verzögert hat.

Letztlich war es auch der Druck der eigenen Teamkollegen, die ihn immer wieder mal auf seine Zukunft ansprachen, der diesen Prozess zum Ende führte. Entscheidend sei der Wohlfühlfaktor bei den Füchsen und in Berlin gewesen, sagt der 31 Jahre alte Däne aus Odense. Denn sportlich hat Laen im Klub-Handball bereits das Größte erreicht. Bevor er 2009 zu den Füchsen kam, gewann der Kreisläufer mit Ciudad Real zweimal die Champions League. Bei diesem spanischen Top-Klub hatte er gewissermaßen eine Sieggarantie im Vertrag. Bei den Füchsen aber, und das ist die besondere Herausforderung, ist Laen ein ganz entscheidender Teil einer sportlichen Entwicklung.

„Torsten ist ein Glücksgriff für die Füchse. Mit ihm haben wir genau den richtigen Kapitän, um uns gemeinsam weiterzuentwickeln“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning. So gesehen kommt die Vertragsverlängerung genau zum richtigen Zeitpunkt: in der Euphorie nach dem Pokal-Triumph gegen den HSV und vor den Spielen gegen Wetzlar, Magdeburg, Hannover und Lübbecke in der Bundesliga. Bereits heute um 17.30 Uhr, wenn die Füchse bei der HSG Wetzlar antreten, sind sie als Tabellenzweite die Favoriten. „Das wird kein Selbstläufer“, warnt Nationalspieler Sven-Sören Christophersen. Noch im Vorjahr hatte er im Wetzlarer Team maßgeblich dazu beigetragen, dass die Füchse mit 26:27 unterlegen waren.

An diesem Ergebnis werden sich die Wetzlarer heute aufbauen. In dieser Situation soll die gelöste Personalie Laen für das gesamte Berliner Team zu einem Motivationsschub werden. Als sich Nationaltorhüter Silvio Heinevetter vor kurzem ebenfalls für eine Vertragsverlängerung entschieden hatte, hatte sich das äußerst befreiend auf das Team ausgewirkt.

Warum gerade Laen für die Füchse so wichtig ist, erklärt Trainer Dagur Sigurdsson: „Er hat von Beginn an Verantwortung übernommen und mit seiner Leistung großen Anteil an den Erfolgen der letzten beiden Jahre.“ Sowohl im Angriff, im Zusammenspiel mit dem Rückraum, als auch in der Abwehr, im Innenblock, spiele der Kreisläufer eine wichtige Rolle. Allerdings kassierte er auch 30 Strafminuten in 15 Spielen. Laen arbeitet daran, dass er geschickter zugreift.

Hätte Laen seinen Vertrag nicht verlängert und wäre er nach dieser Saison mit Frau und Kind nach Dänemark zurückgegangen, hätte die derzeitige Euphorie bei den Füchsen einen Dämpfer bekommen. An Laens Weggang hatte jedoch niemand wirklich geglaubt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben