MotoGP-Rennen : Horror-Crash in Barcelona

Ein Horror-Crash in der MotoGP-Klasse hat den Motorrad-WM-Lauf von Katalonien in Barcelona überschattet. Nach einem Massenunfall mussten zwei Piloten mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus transportiert werden.

Barcelona - Unmittelbar nach dem Start des Hauptrennens am Sonntag gab es einen Massenunfall, den die Ducatis von Loris Capirossi (Italien) und Sete Gibernau (Spanien) auslösten und in den fünf weitere Fahrer verwickelt waren. Capirossi und seinen italienischen Landsmann Marco Melandri erwischte es dabei besonders schwer. Beide Piloten, die nach dem Unfall bei Bewusstsein waren, mussten mit dem Hubschrauber zu intensiven Untersuchungen ins Krankenhaus transportiert werden.

Nach ersten Diagnosen war aber von einem verhältnismäßig glimpflichen Ausgang die Rede. Bei Capirossi wurden innere Blutungen vermutet, Melandri soll an einer Nackenverletzung laborieren. Gibernau brach sich das Schlüsselbein und zog sich eine Gehirnerschütterung zu.

Nur wegen dieses Ereignisses reichte es für die deutschen Fahrer noch zu WM-Punkten. Da die drei Verletzten nicht mehr zum Neustart antraten, zudem der Japaner Shinja Nakano (Kawasaki) disqualifiziert wurde und weitere Piloten ausschieden, kam der Bochumer Alexander Hofmann (Ducati) auf Platz zehn und sicherte sich fünf Zähler. Der Berkheimer Sandro Cortese wurde in der 125-ccm-Klasse 19., Franz Aschenbrenner (Eichenried) schied nach einem Sturz in der Viertelliterkategorie aus. Die Siege sicherten sich in den kleinen Klassen die WM-Spitzenreiter Alvaro Bautista (Spanien/Aprilia) beziehungsweise Andrea Dovizioso (Italien/Honda). Das Hauptrennen entschied Titelverteidiger Valentino Rossi (Italien/Yamaha) vor WM- Spitzenreiter Nicky Hayden (USA/Honda) für sich.

Cortese hatte seinen schnellsten Auftritt am Freitag im Training - allerdings unerlaubterweise in der Boxengasse. Wegen zu schnellen Fahrens wurde er mit einer 100-Euro-Geldstrafe belegt. Im Rennen selbst hatte er zwar einen guten Start, fiel dann aber systematisch zurück. «Ich bin hinter di Meglio hängen geblieben, konnte einfach nicht an ihm vorbei. Vom Speed her hätte ich mit der schnellen Gruppe vorn mitgehen können, aber überholen ist auf dieser Strecke eben schwer», sagte Cortese, der aber von einer Vielzahl anderer Piloten eines Besseren belehrt wurde. Überholvorgänge waren gerade in der Achtelliterkategorie an der Tagesordnung. Der Zahlinger Stefan Bradl war nach einem Trainingssturz am Freitag und einer leichten Gehirnerschütterung von der Jury und den Ärzten nicht für den Wettkampf zugelassen worden.

Achenbrenner beendete nach 14 Runden das Rennen der 250-ccm-Klasse im Kiesbett. Zu dieser Zeit hatte der Ersatzfahrer des noch verletzten Hohenstein-Ernstthalers Dirk Heidolf keinerlei Aussichten auf WM-Punkte, nachdem es auch im Training nur ganz leichte Verbesserungen im Vergleich zu seinem WM-Debüt in Mugello gegeben hatte. (tso/dpa)

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