Sport : Motorsport: Enge Kurven und hohe Ansprüche

Das Duell der deutschen Automobilhersteller BMW und Porsche in der GT-Kategorie der American Le Mans Series (Alms) geht am Sonntag im spanischen Jarama in die vierte Runde. Nachdem die Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen die drei bisherigen Rennen gewann, wollen die Münchner zurückschlagen. Bei den Prototypen greift das Audi-Team mit dem Infineon R8 nach dem nächsten Erfolg. Für die Ingolstädter ist Jarama die letzte Generalprobe für die berühmten 24 Stunden von Le Mans am 16./17. Juni.

Das Team BMW-Motorsport ist voller Entschlossenheit nach Jarama gereist. Auf der Rennstrecke vor den Toren der spanischen Hauptstadt Madrid starten die beiden BMW M3 GTR von JJ Lehto/Jörg Müller (Finnland/Hückelhoven) und Fredrik Ekblom/Dirk Müller (Schweden/Köln) zum zweiten Europa-Gastspiel der Alms.

Das Rennen über zwei Stunden und 45 Minuten ist der insgesamt vierte Einsatz des Teams in dieser Saison und der dritte für den M3 GTR mit V8-Motor. Zuletzt in Donington gab es bei den neuen bulligen Sportwagen Probleme mit der Standfestigkeit. "Diese Schwierigkeiten waren auch das Hauptthema unserer Vorbereitungen", sagt Teammanager Charly Lamm: "Wenn wir in Jarama mit beiden Autos ins Ziel kommen, haben wir eine Siegchance."

Auch in Spanien wird wieder ein BMW seine Renntaufe erleben. Seit dem Einsatz in Donington Mitte April hat das Team den nächsten BMW M3 GTR aufgebaut - Chassis 04 für Lehto/Müller, die in England noch den Prototypen steuerten. Ekblom/Müller hatten dort bereits ihr neues Chassis 03 pilotiert. "Jetzt sind wir so weit, wie man im Idealfall zum Saisonauftakt ist", meint Lamm zu. Die Verzögerung hatte sich durch die späte Entscheidung für das Projekt Ende September ergeben.

Jörg Müller absolvierte den Funktionstest mit dem neuen Chassis 04 auf dem BMW-Testgelände in Ismaning, parallel fuhr Namensvetter Dirk Müller dort Zuverlässigkeitstests. Eine Woche vor der Reise nach Jarama testete das Team drei Tage lang mit beiden Fahrzeugen und den Fahrern Lehto und Ekblom auf der Strecke des Michelin Technologiezentrums Ladoux in Clermont Ferrand.

Jörg Müller beschreibt den 3,850 Kilometer langen ehemaligen Grand-Prix-Kurs Jarama als "Strecke mit vielen engen Kurven, die hohe Ansprüche an Traktion und Bremsen stellen". Ein Rennen ist Müller auf dem spanischen Kurs noch nicht gefahren, er kennt die Piste allerdings von den Testfahrten mit dem BMW V12 LMR, dem Le-Mans-Siegerwagen von 1999.

Die BMW-Mannschaft hat nicht nur diese Sportwagentests, sondern auch den letzten Renneinsatz in Jarama in bester Erinnerung. Das war 1987 auf dem Weg zur Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Roberto Ravaglia und Emanuele Pirro (beide Italien) gewannen damals im BMW M3 vor ihren Teamkollegen Ivan Capelli (Italien) und dem 1994 in der Formel-1-WM in Imola tödlich verunglückten Roland Ratzenberger aus Österreich.

Porsche möchte trotz der starken Werks-Konkurrenz von BMW den Siegeszug mit aller Macht fortsetzen und setzt dabei wieder auf die erfolgreiche Fahrer-Kombination Lucas Luhr/Sascha Maassen (Koblenz/Aachen). Das Werks-Duo gewann mit dem 911 GT3 RS alle drei bisher ausgetragenen Alms-Läufe in dieser Saison, unterstrich damit seine derzeitige Ausnahmestellung und führt die GT-Wertung souverän an. Unterstützung erhalten die beiden Piloten dabei von ihren Teamkollegen Randy Pobst (USA) und Le-Mans-Sieger Emmanuel Collard (Frankreich).

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