Sport : Motorsport-Grand-Prix: Tod in der Fußgängerzone

Der Motorsport-Grand-Prix in Macau hat einen Toten und vier Verletzte gefordert. Ein chinesischer Zuschauer kam bei einer Rahmen-Veranstaltung zum traditionsreichen internationalen Formel-3-Rennen ums Leben, als der niederländische Fahrer Frans Verschuur mit seinem Tourenwagen von der Strecke abkam, Reifenstapel durchbrach und im Stadtzentrum der südchinenischen Enklave in die Fußgängerzone raste. Der Pilot, zwei Fußgänger und der Fahrer eines Lastwagens wurden verletzt, bestätigten die Veranstalter. Ausgelöst wurde die Tragödie im Aufwärmtraining zum Tourenwagen-Finale, als der niederländische Pilot wegen eines Bremsversagens an seinem Renault mit über 200 km/h den Notausgang des als sehr gefährlich bekannten Stadtkurses nehmen musste. An der Lissabon-Kurve schoss der Wagen über die Streckenbegrenzung hinaus in die belebte City. An einer Straßenkreuzung fuhr der Renault knapp an einem vollbesetzten Minibus vorbei und kollidierte schließlich mit einem Lastwagen. "Das Organisationskomitee bedauert, den Tod eines Fußgängers bekannt geben zu müssen", hieß es in einer offiziellen Mitteilung.

Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Einer der Fußgänger starb dort. Verschuur selbst, der sich bereits am Vortag Halswirbelverletzungen zugezogen hatte und dennoch die Starterlaubnis für das Rennen erhalten hatte, erlitt Prellungen am Rücken und an den Beinen. Sieger des Tourenwagen-Rennens wurde der Niederländer Patrick Huisman vor Henry Lee aus Hongkong. Franz Engstler (Wiggenbach) wurde Dritter. In der sportlich bedeutendsten Veranstaltung des Tages, der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Formel 3, setzten sich vor 20 000 Zuschauern die Vertreter der internationalen deutschen Formel-3-Meisterschaft durch. Der aus Macau stammende Andre Couto gewann den 47. Grand Prix nach 15 Runden vor dem Italiener Paulo Montin und dem Japaner Ryo Fukuda. Der einzige deutsche Starter, Pierre Kaffer aus Burgbrohl, belegte den vierten Platz.

Nach dem ersten von zwei Durchgängen hatte es sogar nach einem deutschen Sieg ausgesehen. Kaffer gewann die ersten 15 Runden, konnte diesen Platz im anschließenden Entscheidungslauf nicht halten. "Im zweiten Rennen hatte ich einen wesentlich schlechteren Reifensatz", sagte Kaffer.

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