Motorsport : Heidfeld ist nun Testfahrer bei Pirelli

Nick Heidfeld ist vom deutschen Formel-1-Rennstall Mercedes als Testfahrer zum künftigen Reifenausrüster Pirelli gewechselt. Der Mönchengladbacher wurde von seinem Vertrag als Ersatzpilot freigestellt und begann bereits mit seinem Job bei Testfahrten in Mugello.

Nick Heidfeld (r.) und Mercedes-Benz-Motorsportchef Norbert Haug.
Nick Heidfeld (r.) und Mercedes-Benz-Motorsportchef Norbert Haug.Foto: ddp

Erst Vaterfreuden, dann ein neuer Vertrag: Dreifach-Papa Nick Heidfeld startet als Testfahrer beim künftigen Reifenausrüster Pirelli durch. Nicht mal 24 Stunden nach der Geburt seines dritten Kindes Justus war der 33-Jährige im italienischen Mugello bereits für Pirelli im Einsatz. Sein bisheriger Arbeitgeber Mercedes GP legte Heidfeld keine Steine in den Weg und stellte den 167-maligen Grand-Prix-Starter vom Vertrag als Test- und Ersatzfahrer frei.

Pirelli bei dieser wichtigen Arbeit zu unterstützen, sei ein großartiges Privileg, betonte Heidfeld. "Ich kann viel anbieten, aber ich bin dieses Jahr bisher nicht viel gefahren, also kann ich es gar nicht erwarten, dass es losgeht", sagte er.
Für Heidfeld ist es eine doppelte Chance. Zum einen kann er endlich wieder Gas geben - Testfahrten bei den Formel-1-Teams sind während der Saison untersagt. Zum anderen sammelt er Erfahrungen wie kein anderer mit eben jenen Reifen, mit denen im kommenden Jahr alle Rennwagen auf die Strecke gehen. Via Pirelli zurück ins Stammcockpit lautet seine Hoffnung.

"Ich bin sicher, dass neben Nicks bekannt guten fahrerischen Fähigkeiten seine führende Rolle bei der Entwicklung der neuen Einheitsreifen ihn in eine gute Position für die erhältlichen Cockpits für 2011 bringen wird", betonte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in einer Pressemitteilung. "Es wäre schön, Nick im nächsten Jahr in einem wettbewerbsfähigen Fahrzeug in der Formel-1-Weltmeisterschaft zu sehen." Teamchef Ross Brawn meinte zu der neuen Zusammenarbeit: "Davon profitiert der gesamte Sport." Von 2000 an war Heidfeld als Stammfahrer auf den Rennstrecken weltweit im Einsatz. Der meist eher unscheinbar daherkommende Pilot aus Mönchengladbach mit Wahlheimat Schweiz musste lange kämpfen, um in einem Top-Auto zu sitzen. Mit BMW verpasste er dann aber dennoch den so ersehnten ersten Grand-Prix-Sieg. Als der bayrische Automobilbauer nach der vergangenen Saison aus der Königsklasse des Motorsports ausstieg, stand Heidfeld ohne neuen Arbeitgeber da. Ein kleineres Team kam nicht infrage, Heidfeld entschied sich, als Test- und Ersatzfahrer bei Mercedes hinter Rekordweltmeister Michael Schumacher und Nico Rosberg einzusteigen.

"Ich bin Mercedes GP Petronas sehr dankbar, dass sie meinen Vertrag aufgelöst haben, damit ich mich voll auf diese Rolle konzentrieren kann", sagte Heidfeld nun. Am Dienstag sollte es gleich mit einem Wagen des ehemaligen Toyota-Teams auf die Strecke gehen, um die neuen Pirelli Pzero F1-Reifen zu testen. "Die Aufgabe des Testfahrers ist eine entscheidende, weshalb wir uns nach einem Fahrer mit viel Formel-1-Erfahrung umgeschaut haben", sagte Motorsportdirektor Paul Hembery von Pirelli.

Das Unternehmen kehrt nach zwanzigjähriger Abstinenz auf die Formel-1-Bühne zurück. 42 Siege konnte Pirelli - auch bekannt durch seinen Kalender mit erotisch-glamourösen Bildern - zwischen 1950 und 1991 einfahren. Nach dem angekündigten Ausstieg von Bridgestone nach der laufenden Saison bekamen die Italiener vorerst bis 2013 den Zuschlag als alleiniger Reifenausrüster. (dpa)

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