Motorsport : Renaults Titelsponsor lässt Vertrag auslaufen

Vollbremsung mit Ansage: Der niederländische Finanzkonzern ING steigt nach der kommenden Saison als Titelsponsor beim Formel-1-Team Renault aus. Dessen Zukunft ist unsicher.

Jens Marx[dpa]
Renault braucht einen neuen Hauptsponsor
Renault braucht einen neuen Hauptsponsor. -Foto: dpa

AmsterdamING wird sein dreijähriges Engagement beim Formel-1-Rennstall Renault nicht verlängern, hat das Unternehmen am Montag bekannt gegeben. Es ist das zweite Unternehmen aus dem Finanzsektor, das seine Engagement Rennserie stark zurückschraubt: Bereits seit Anfang des Jahres muss das deutsche Werksteam BMW-Sauber auf die finanzielle Unterstützung des Schweizer Geldinstituts Crédit Suisse verzichten.

Um 40 Prozent wird die Bank- und Versicherungsanstalt seine Sponsorengelder schon in der kommenden Saison herunter schrauben. Aus der Mitteilung, die das Unternehmen am Montag auch auf seiner Homepage verbreitete, ging nicht eindeutig hervor, ob der Rennstall um den zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso und Teamchef Flavio Briatore damit auf fast die Hälfte des Geldes durch ING verzichten muss. Das Unternehmen ist auch offizieller Sponsor der WM-Rennen in Australien, Belgien, Ungarn und der Türkei.

ING: "Ziel erreicht"

"Das ING-Engagement in der Formel 1 war unser erster weltweiter Sponsorenauftritt", erklärte das in den Strudel der weltweiten Finanzkrise geratene Unternehmen, das im Zuge drastischer Maßnahmen 7000 Stellen streichen und insgesamt eine Milliarde Euro allein in diesem Jahr sparen will. Eine Umsatzsteigerung und eine Erhöhung der Markenbekanntheit, insbesondere in den Kernmärkten sei das Ziel gewesen. "In den vergangenen zwei Jahren hat ING dieses Ziel durch das Formel-1-Sponsoring erreicht." Die Markenbekanntheit sei von März 2007 bis November 2008 um 16 Prozent gestiegen, hieß es.

Laut einem Bericht des Magazin "Formula Money" aus dem vergangenen Jahr soll ING jährlich umgerechnet 50,7 Millionen Euro seiner Formel-1-Gelder in Höhe von insgesamt 67,1 Millionen Euro an das Renault-Team überwiesen haben. Die Formel 1 bleibe trotz des schlechten wirtschaftlichen Klimas ein wirkungsvolles Geschäftsinstrument, hieß es in der Mitteilung. Man habe die Partnerschaft mit Renault genossen. "Wir werden auch im letzten Jahr der Partnerschaft eng zusammenarbeiten."

Neuer Rennstall aus den USA?

Auch wenn Formel-1-Chef Bernie Ecclestone immer wieder betont, dass ihm um die Zukunft der PS-Eliteklasse nicht bange ist, verschwinden die dunklen Wolken nicht. Nach dem Rückzug von Honda - ein Käufer ist auch rund sechs Wochen vor dem WM-Auftakt noch nicht gefunden - sprangen einzelne Sponsoren bei den Teams ab.

In den USA formiert sich Medienberichten zwar für 2010 ein neuer Rennstall, doch für Teams wie Renault dürfte es immer schwieriger werden, öffentlich das trotz eines bislang einzigartigen Sparkures in der Formel 1 immer noch kostspielige Engagement zu rechtfertigen - zur Überwindung der Branchenkrise soll Renault drei Milliarden Euro staatliche Hilfe bekommen.

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