Motorsport : Spanien bekommt zweites Formel-1-Rennen

Schon drei Tage vor dem Großen Preis von Spanien haben Fernando Alonso und seine Landsleute Grund zum Jubeln. Vom kommenden Jahr an wird auf der iberischen Halbinsel ein zweites Formel-1-Rennen ausgefahren.

Valencia - Ort des Geschehens wird Valencia sein. Der Zeitpunkt ist möglicherweise Oktober 2008, so dass es dort zum Saisonfinale kommen könnte. Gefahren wird um den "Großen Preis von Europa". Wie beim Klassiker der Königsklasse des Motorsports in Monte Varlo wird die modernisierte Strecke am Hafen entlang führen.

Dies gaben Regierungspräsident von Valencia, Francisco Camps, Valencias Bürgermeisterin Rita Barbera und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone bei einer Pressekonferenz in der Stadt bekannt. Der Vertrag, der allerdings mit der Wiederwahl der Verantwortlichen in diesem Monat verbunden ist, gilt für sieben Jahre. Zudem läuft der Kontrakt mit den Veranstaltern des Circuit de Catalunya bei Barcelona noch bis 2011. Damit wird das Land des zweimaligen Weltmeisters Alonso das einzige in Europa mit zwei Rennen im kommenden Jahr sein.

Und wie motorsportbegeistert die Valencianer sind, bewiesen sie bereits bei der Präsentation des McLaren-Mercedes Anfang des Jahres - ebenfalls auf einem kleinen Stadtkurs entlang des spektakulären Zentrums für Kunst und Wissenschaft. Mehr als 150.000 Fans hatten die Straßen gesäumt, als Alonso seine Runden drehte. Dass nicht der seit Jahren auf eine Wiederaufnahme in den Rennkalender drängende Circuit Ricardo Tormo vor den Toren Valencias Austragungsort, sondern ein neuer Stadtkurs sein wird, soll Ecclestones Bedingung gewesen sein.

Heidfeld: Viel Arbeit nötig

Der deutsche Pilot Nick Heidfeld reagierte auch mit Skepsis auf die Bekanntgabe. "Ich denke, dass viel Arbeit nötig sein wird, damit die Sicherheit so gewährleistet ist wie auf richtigen Rennstrecken", sagte er. Dennoch schätzt auch er das riesige Zuschauer-Interesse in Spanien durch den Alonso-Hype. Für den Großen Preis in Barcelona an diesem Sonntag wird eine Rekordkulisse von 145.000 Zuschauern erwartet.

Laut spanischen Medienberichten soll der deutsche Formel-1-Architekt Hermann Tilke für den Streckenverlauf des Valencia-Stadtkurses verantwortlich sein. Die Kurslänge soll 4,1 bis 4,3 Kilometer betragen. Für das Rennen sollen neue Straßen zum trocken gelegten Flussbett des Turia gebaut werden. Die finanziellen Mittel seien zurückgelegt worden, versicherte Camps. Angeblich soll die Stadt bereit sein, pro Rennen 26 Millionen Euro zu zahlen.

Der Kalender, der in diesem Jahr lediglich 17 Rennen beinhaltet, dürfte entsprechend aufgestockt werden. Ecclestone signalisierte schon mehrfach, dass er letztlich mit 20 Grand-Prix-Veranstaltungen plant. 2009 wird Abu Dhabi hinzukommen, wo ebenfalls ein Stadtkurs inklusive Hafen-Rundfahrt auf die Piloten wartet. Weitere Interessenten sind Indien und Singapur. Dort könnte es zum ersten Nachtrennen in der Geschichte der Formel 1 kommen. (tso/dpa)

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