Sport : Mourinho droht mit Klage Chelseas Trainer verlangt Entschuldigung von Roth

-

Frankfurt am Main José Mourinho hat sich den nächsten Schiedsrichter-Vertreter vorgenommen. Der Trainer des FC Chelsea, der mit seinen Anschuldigungen gegen den schwedischen Schiedsrichter Anders Frisk dessen Rücktritt ausgelöst hatte, will nun den deutschen Schiedsrichter-Obmann und Chef der europäischen Unparteiischen Volker Roth verklagen. „Herr Roth hat nur zwei Möglichkeiten, aus der Sache rauszukommen: Entweder, er entschuldigt sich, oder es geht vor Gericht“, teilte Mourinho am Dienstag mit. Roth erfuhr bei einer Tagung der deutschen Fifa-Schiedsrichter in Frankfurt von Mourinhos Ansinnen und antwortete: „Ich bin sehr gespannt und freue mich schon auf die Klage.“

Mourinho war von Volker Roth nach dem Rücktritt von Anders Frisk als „Feind des Fußballs“ bezeichnet worden. Der portugiesische Trainer hatte nach der 1:2-Niederlage des FC Chelsea im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Barcelona behauptet, Frisk habe nach einem Halbzeitgespräch mit Barcelonas Trainer Rijkaard einseitig gepfiffen. Anders Frisk hatte danach Morddrohungen erhalten. Gestern äußerte er sich im „Daily Telegraph“: „Mourinho? Zu dem hab’ ich eigentlich nichts zu sagen, aber Trainer und Manager sollten mal innehalten und nachdenken, was sie auslösen, wenn sie was aus dem Stegreif sagen.“ Er fühle sich „wie ein gejagtes Tier. Man weiß nie, was diese Leute tun werden“.

Was Mourinho als Nächstes tat, erfuhr Frisk umgehend. Der Trainer verlangte von Frisk indirekt, sämtliche Gründe für seinen Rücktritt offen zu legen. „Die müssen aufgeklärt werden“, forderte der Portugiese. „Es kommt mir sehr komisch vor, dass die Entscheidung mit der Kritik an seiner Leitung in Barcelona zu tun haben soll. Solche Kritik ist für Spieler, Trainer und Funktionäre doch fast schon Alltag.“

Volker Roth bedauerte, dass der Respekt vor den Schiedsrichtern „immer mehr schwindet. Das können und wollen wir nicht dulden. Das Verhalten von Trainern und Spielern muss sich ändern und darf nicht immer zu Schuldzuweisungen führen“, sagte Roth. Auch Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte die Schiedsrichter verteidigt: „Wer die Schiedsrichter angreift, greift den Fußball an.“ Einen Streik der Schiedsrichter hält Roth zwar für ein „legales Mittel“, doch für ihn wäre dies nur die „letzte Konsequenz“.

Noch einmal bedauerte Roth Frisks Rücktritt. „Wir waren alle sehr geschockt. Ich habe bereits zwei Mal mit ihm per E-Mail Kontakt gehabt, kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass er nochmal zurückkommt“, sagte Roth. Am Montag hatte der europäische Fußballverband Uefa an Anders Frisk appelliert, seinen Schritt zu überdenken. Zuvor hatte der Verband eine Untersuchung gegen Mourinho wegen der Vorkommnisse eingeleitet. Tsp/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben