Mourinho und die Stars : Nach Reals Pokal-Aus: In Wut vereint

Zuletzt hatte es mächtig geknirscht in Madrid. Doch durch das Pokal-Aus beim FC Barcelona rücken Trainer Jose Mourinho und Reals Spieler wieder enger zusammen.

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Ciao Bello! Cristiano Ronaldo wird von fröhlichen Barcelonesen verabschiedet. Foto: dapd
Ciao Bello! Cristiano Ronaldo wird von fröhlichen Barcelonesen verabschiedet.Foto: dapd

Die Umarmung wirkte echt. Tröstend nahm Real Madrids Trainer Jose Mourinho seinen Abwehrspieler Sergio Ramos in den Arm. Ist nicht deine Schuld, sollte das wohl heißen. In der Schlussphase des spanischen Pokal-Rückspiels zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid war Ramos allzu wuchtig und mit dem Ellenbogen voraus in seinen Gegenspieler gesprungen und des Feldes verwiesen worden. Das Spiel war damit praktisch entschieden, in Unterzahl konnte Real den einen Treffer, den es zum Weiterkommen gebraucht hätte, nicht mehr erzielen. Der Titelverteidiger schied nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel und dem 2:2 im Rückspiel aus.

Mourinho gab hinterher mal wieder dem Schiedsrichter die Schuld für Reals Scheitern, weil dieser zuerst einem Tor von Ramos die Anerkennung verweigert und diesen später auch noch vom Platz gestellt hatte. Madrids Torhüter Iker Casillas legte dem Unparteiischen sogar nahe, mit Barcelonas Spielern „feiern zu gehen“. Dabei hatte Schiedsrichter Fernando Teixeira Real mit seinen Entscheidungen einen nicht allzu geringen Dienst erwiesen. In ihrer Wut auf den Unparteiischen hatten sich Madrids Spieler und ihr Trainer unbemerkt wieder angenähert – zumindest vorerst. So einig wie nach dem Duell mit dem Erzrivalen waren sich Mourinho und einige Profis nämlich lange nicht mehr gewesen. Allen voran Ramos und Iker Casillas hatten in den Tagen nach dem verlorenen Hinspiel gegen ihren Vorgesetzten revoltiert. In der Sportzeitung „Marca“ war eine lautstarke Diskussion der beiden Weltmeister mit Mourinho nachzulesen gewesen, dementieren wollte die Auseinandersetzung im Nachhinein keiner. Mourinho verwendete seine Energie – bisher erfolglos – lieber auf die Suche nach dem „Maulwurf“. Zuvor hatte sich der Trainer mit verächtlichen Aussagen („Ich nehme ihre Meinung zur Kenntnis, aber sie interessiert mich nicht“) schon den Unmut der Fans zugezogen. Obwohl Real sein Ligaspiel am vergangenen Sonntag gegen Athletic Bilbao 4:1 gewann, pfiffen die Zuschauer den Portugiesen gnadenlos aus. In den Medien wurde bereits über einen Nachfolger spekuliert, Namen wie Rafael Benitez, Carlo Ancelotti, Arsene Wenger oder Joachim Löw machten die Runde. Das Rückspiel in Barcelona dagegen schien zur Nebensache zu verkommen.

Umso erstaunlicher, wie zielstrebig der spanische Rekordmeister dann auftrat. Barcelonas Führung durch Pedro und Dani Alves glichen Cristiano Ronaldo und Karim Benzema in der zweiten Halbzeit aus. Und wäre der Schuss des starken Mesut Özil zu Beginn nicht an der Latte, sondern im Tor gelandet, wer weiß, welchen Ausgang das Spiel genommen hätte.

Weit nach Mitternacht, als die erste Wut auf Seiten Reals etwas abgeklungen war, nahmen die Spieler dann Jose Mourinho in den Arm. Der hatte Geburtstag, einer der ersten Gratulanten war: Sergio Ramos.

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