Sport : Mourinho versetzt den König

Real Madrid verliert das spanische Pokalfinale gegen den Stadtrivalen Atletico.

Jetzt ist Schluss. Der Schiedsrichter verbannt Reals Coach Mourinho. Foto: dpa
Jetzt ist Schluss. Der Schiedsrichter verbannt Reals Coach Mourinho. Foto: dpaFoto: dpa

Madrid - José Mourinho war zutiefst verbittert. „In dieser Spielzeit habe ich versagt, das war die schlechteste Saison meiner Karriere“, meinte der Trainer mit versteinerter Miene nach dem Scheitern von Real Madrid im Pokalfinale gegen den Lokalrivalen Atletico. Reals 1:2-Niederlage nach Verlängerung verärgerte Mourinho so sehr, dass er nach dem Abpfiff nicht auf die Ehrentribüne emporstieg, wo König Juan Carlos die Medaillen an die Endspielteilnehmer verteilte. Er machte auch sonst keine Anstalten, sich als fairer Verlierer zu geben. „Ich glaube, Atletico hat den Pokalgewinn nicht verdient“, raunzte der Coach des spanischen Rekordmeisters.

So steht Mourinho in dieser Spielzeit mit leeren Händen da. In der Champions League war Real im Halbfinale an Dortmund gescheitert und in der spanischen Liga vom FC Barcelona abgehängt worden. So bleiben von der dreijährigen Amtszeit des Portugiesen 180 Millionen Euro Investitionen für neue Spieler und zwei Titel: ein Pokalsieg und eine Meisterschaft. In Madrid geht man davon aus, dass der Trainer in der kommenden Saison zum FC Chelsea zurückkehren wird. „Mourinho, bleib noch!“, höhnten die Atletico-Fans nach dem ersten Sieg über den großen Nachbarn seit fast 14 Jahren.

Dabei hatte das Finale für Real gut begonnen. Cristiano Ronaldo erzielte per Kopfball das 1:0. Diego Costa glich noch vor der Pause aus, aber Real bestimmte das Spielgeschehen. Ronaldo, Karim Benzema und Mesut Özil scheiterten am Pfosten. Der Deutsche hatte auch in zwei anderen Szenen wenig Glück: Mal wehrte Atletico-Verteidiger Juanfran Özils Schuss auf der Torlinie ab, mal verhinderte Torwart Thibaut Courtois einen Treffer des Deutschen. Als Miranda in der Verlängerung das 2:1 für Atletico erzielte, verloren mehrere Akteure die Nerven. Ronaldo trat Atleticos Gabi ins Gesicht und erhielt die Rote Karte. An der Seitenlinie kam es zu tumultartigen Szenen zwischen Ersatzspielern und Betreuern. Courtois wurde von einem Wurfgeschoss am Kopf getroffen.

José Mourinho war da schon gar nicht mehr auf dem Platz. Er hatte er kurz vor Ende der regulären Spielzeit den Unparteiischen so eindringlich beschimpft, dass dieser ihn in die Katakomben des Bernabeu-Stadions schickte. Es war ein symbolisches Bild, denn allzu lange wird Mourinho ohnehin nicht mehr für Real an der Seitenlinie stehen. dpa

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