Sport : Mr Lorenz ist nicht genug

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Natürlich muss Lorenz-Günther Köstner jetzt wieder zu den Amateuren. Natürlich deshalb, weil kaum ein Verein in der Bundesliga sportlichen Erfolg so sehr an bekannte Namen knüpft wie der VfL Wolfsburg. Köstner besitzt aus Sicht der Verantwortlichen vom Hauptsponsor VW nicht jene Strahlkraft, die sie sich für ihr Fußballunternehmen wünschen. Dabei hat er durchaus Resultate geliefert. Köstner führte Wolfsburg vom letzten auf den 15. Tabellenplatz, 14 Punkte aus neun Spielen holte er. Ein durchschnittlicher Wert, aber dachten die Entscheider wirklich, dass ihre Mannschaft nach der Entlassung von Felix Magath jedes Spiel gewinnt? Noch wichtiger als die Resultate war, dass Köstner der Mannschaft wieder neues Leben einhauchte. Der sensible Spielmacher Diego dribbelte und trickste unter dem von ihm „Mr Lorenz“ genannten Trainer wie zu Bremer Zeiten – und Stürmer Bas Dost, zuvor als teurer Fehleinkauf verschrien, traf und traf und traf.

Mit dem bevorstehenden Amtsantritt von Bernd Schuster geht Wolfsburg nun ein hohes Risiko. Die psychologische Aufbauarbeit, die Köstner nach der Ära Magath betreiben musste, könnte unter Schuster schnell wieder zunichte gemacht sein. Der war schon zu seiner aktiven Zeit kein einfacher Charakter, als Trainer blieb er sich da treu. Bei Real Madrid hat Schuster immerhin bewiesen, dass er mit eigenwilligen Typen umgehen kann.

Schuster wird aber auch eine enge Freundschaft zu Wolfsburgs Aufsichtsratchef Francisco Javier Garcia Sanz nachgesagt. Ist er wirklich der Wunschkandidat des erst kürzlich von Werder Bremen verpflichten Klaus Allofs oder wollte Sanz einfach seine Vorstellungen durchsetzen?

Bernd Schuster war zuletzt lange ohne Beschäftung, im Vergleich zu Köstner ist er trotzdem der klangvollere Name. Nun kann er wohl bald in Wolfsburg zeigen, ob er auch der bessere Trainer ist.

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