Sport : Müde Bremer zittern sich zum Remis Sanogo trifft spät zum 3:3 beim Karlsruher SC

Oliver Trust[Karlsruhe]

Ein spätes Tor von Boubacar Sanogo in der 87. Minute hat Werder Bremen den zweiten Platz gerettet. Durch das 3:3 beim Aufsteiger Karlsruher SC konnten die Bremer den zweiten Champions-League-Platz nur durch ihr besseres Torverhältnis behaupten. Gute 20 Minuten lange sah es im Wildparkstadion vor 29 500 Zuschauern nach einer Überraschung aus, weil müde Bremer ihre Chancen nicht nutzten und so dem KSC die Möglichkeit zum Sieg eröffneten.

Schon nach fünf Minuten ließ eine Szene auf eine gewisse Schlampigkeit der Bremer Stürmer schließen: Ivan Klasnic stand diesmal auf dem Rasen im Mittelpunkt – und nicht als Kläger gegen den eigenen Mannschaftsarzt, der seine Nierenerkrankung nicht rechtzeitig erkannt haben soll. Tim Borowski flankte zum Kroaten, Klasnic scheiterte aber zuerst an Torwart Markus Miller, beim zweiten Versuch am Pfosten, und anschließend foulte er Andreas Görlitz.

Dass Klasnic so frei werkeln durfte, zeigte aber auch, wie schwach die lange hoch gelobte Abwehr des Aufsteigers KSC an diesem Tag war. Auf der anderen Seite klappte es besser beim Aufsteiger, Sebastian Freis traf nach einer Viertelstunde zur 1:0-Führung. Man konnte den Eindruck gewinnen, die Bremer nähmen die ganze Sache nicht sonderlich ernst. Nicht weniger als neun aussichtsreiche Chancen erspielte sich der Tabellenzweite innerhalb einer halben Stunde. Diego, der im Mittelfeld ohne Torsten Frings auskommen musste und wie so oft Akzente setzte, konnte aber die KSC-Führung ausgleichen. Tim Borowski hatte einen Schuss gewagt, den Miller aber nur abwehren, nicht jedoch festhalten konnte. Nach einer halben Stunde gelang Mesut Özil sogar das 2:1 für die Hanseaten. Er profitierte dabei von einem Fehler von Miller im KSC Tor.

Die meisten Bremer hatten unter Beobachtung von Bundestrainer Joachim Löw ihre Schlampigkeit nun etwas abgelegt. Doch Boubacar Sanogo tat sich weiter als Chancenverschwender auf Seiten der Bremer hervor.

Nach der Pause glaubten sich die Bremer offenbar auf der sicheren Seite. Anders war ihr manchmal aufreizend teilnahmsloses Spiel nicht zu erklären. Nachdem ein Handspiel von Mario Eggimann nicht geahndet worden war, nahm Freis seinen gesamten Mut zusammen und spurtete über gut 40 Meter der gesamten Werder-Abwehr davon und traf zum 2:2 nach 60 Minuten.

Das war noch nicht alles.

Edmond Kapllani schloss einen Konter mit seinem ersten Saisontor ab, der KSC führte mit 3:2. Bremen lief nun Gefahr, Platz zwei an Schalke zu verlieren. Nur zögerlich versuchten die Bremer einen Endspurt. Trainer Thomas Schaaf tauchte immer öfter gestikulierend an der Seitenlinie auf, Werder lief die Zeit davon. Doch dann traf Sanogo zum 3:3.

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