Sport : Müde Helden

Alba feiert Simonovic und Neuzugang Kalampokis.

von
Faust, der erste Teil. Ioannis Kalampokis darf beim Debüt gleich jubeln. Foto: dpa
Faust, der erste Teil. Ioannis Kalampokis darf beim Debüt gleich jubeln. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Marko Simonovic gab den gelassenen Helden. „Das war nicht so ein besonderer Wurf“, sagte der Serbe, der Alba Berlin mit einem Dreier 17 Sekunden vor Ende zu einem 83:82-Sieg gegen die Eisbären Bremerhaven geführt hatte. „Es ist egal, ob so ein Wurf am Ende des Spiels oder am Anfang kommt, ich bin dafür da, solche Schüsse zu nehmen.“

Im Spiel hatte das noch emotionaler ausgesehen. Der Ball zischte durch das Netz, Simonovic peitschte noch mit seiner rechten Faust durch die Luft und brüllte seine Freude den Zuschauern entgegen, die er mit seinem Wurf gerade von den Sitzen gerissen hatte. Durch den hart erkämpften, am Ende dramatischen Sieg – den sechsten in der Basketball-Bundesliga in Folge – verbesserte sich Alba auf den dritten Tabellenplatz. „Wir haben heute im richtigen Augenblick die richtigen Entscheidungen getroffen, ich spiele für ein intelligentes Team“, resümierte Neuzugang Ioannis Kalampokis, der in einem soliden Debüt auf zwei Punkte kam.

Bei dem Griechen war deutlich zu erkennen, dass er eher als Pass-Station und mit taktischen Fouls in der Defensive helfen wollte, als sich in den Vordergrund zu spielen. „Ich werde mich an die Bundesliga gewöhnen müssen“, sagte der 33-Jährige. Das Spiel sei schneller und athletischer als in Griechenland, zudem ließen die Schiedsrichter mehr durchgehen.

„Er hat nur einmal richtig mit uns trainiert, kennt bisher nur ein Drittel unserer Systeme“, nahm Simonovic Kalampokis in Schutz. Doch der Flügelspieler, der nie und nimmer die offiziell angegebenen 1,95 Meter misst, könne Alba mit seiner Erfahrung weiterhelfen. Vor allem hilft er auch Simonovic: Der darf nun als Power Forward auflaufen, wo er sich wohler fühlt als auf dem Flügel. Die Umbauten haben auch zur Folge, dass Lucca Staiger und Sven Schultze kaum noch keine eine Rolle spielen, gegen Bremerhaven wurden beide nicht einmal eingesetzt.

Die Punkte erzielten vor 10 188 Zuschauern andere: Heiko Schaffartzik und Simonovic trafen früh je zwei Dreipunktewürfe, kurz vor der Pause war der Vorsprung der Berliner erstmals auf mehr als zehn Punkte angewachsen. Bei den Gästen hielt vor allem der antrittsschnelle Alleinunterhalter Terrell Everett dagegen, der mit 25 Zählern bester Werfer des Spiels war. Für die Berliner war DaShaun Wood mit 15 Punkten am erfolgreichsten.

Nach der Pause fiel Alba in die schlechte Angewohnheit zurück, im Angriff überhastet im Alleingang abzuschließen, zudem häuften sich die Unkonzentriertheiten in der Defensive. Nur zwölf Punkte gelangen den Berlinern im dritten Viertel. Das Nachlassen mag an der zwölf Stunden langen Rückreise aus Russland, vom letzten Eurocup-Spiel, gelegen haben. „Das war ein harter Trip“, sagte Simonovic. Zweieinhalb Minuten vor Schluss lag Alba mit acht Punkten zurück, das Spiel schien entschieden. Mit Kampf und Glück kamen die Berliner noch einmal heran, ehe Simonovic zum Wurf ansetzte.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben