Sport : Müde Jugend

Junger Stuttgarter Mannschaft fehlt die Luft für Bundesliga-Spitze

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Stuttgart (Tsp). Jetzt weiß auch der VfB Stuttgart, wie sich Niederlagen anfühlen. Erst verloren die Schwaben gegen Bayern München, nun auch gegen Bayer Leverkusen. Während Leverkusen und München ihre Positionen verbesserten, scheint der jungen Stuttgarter Mannschaft die Luft etwas ausgegangen zu sein. Der bislang so erfrischend aufspielende VfB wirkte zuletzt müde. Der VfB Stuttgart rutschte von Rang zwei auf vier und fiel damit erstmals seit dem dritten Spieltag aus den ChampionsLeague-Plätzen heraus.

Das jedoch nahm Felix Magath, Trainer und Teammanager in einer Funktion, gelassen zur Kenntnis. „Ob wir Erster oder Vierter sind, ist mir völlig wurscht. Das einzige, was schmerzt, sind die Punkte. Bei den Bayern waren Punkte drin, gegen Leverkusen im Grunde genommen nicht“, sagte Magath. Vor der Saison wurde das Ziel Uefa-Cup ausgegeben. Nach der zweiten Niederlage sah er sich in seiner Zielsetzung bestätigt. „Nach diesem Spiel habe ich kein Argument, die Zielsetzung zu ändern.“ Das will der 50-Jährige erst tun, wenn der Verein sich in der Winterpause mit Neuzugängen verstärkt hat. Denn die sind laut Magath auch nötig, wenn das Niveau in der Rückrunde gehalten werden soll. Auch deswegen sind sie beim VfB ganz froh über die 44-tägige Bundesligapause. „Wir brauchen mehr Qualität, um unser Niveau halten zu können“, sagte Magath. „Die Konkurrenzvereine haben auch mehr als elf Spieler.“

Verstärkungen sind nötig, um dem Kräfteverschleiß zu begegnen. Gegen Leverkusen präsentierte sich der Meisterschaftszweite der vergangenen Saison nicht mehr so laufstark und frisch. Ausgerechnet die bislang so gut stehende Abwehr war oft nicht im Bilde und musste gegen Leverkusen fast genauso viele Gegentore hinnehmen wie in den 16 Bundesliga-Spielen zuvor. Der Vorstand des Vereins hat nun bei seiner jüngsten Sitzung der Forderung des Trainers entsprochen. „Wir haben uns zusammengesetzt und uns geeinigt, was zu tun ist. Teammanager Felix Magath kann in der Winterpause auf dem Transfermarkt tätig werden und die Mannschaft verstärken“, sagte VfB-Präsident Erwin Staudt. Zudem will der Verein Magath über 2005 hinaus an sich binden. „Einer Vertragsverlängerung steht nichts im Weg. Aus meiner Sicht kann das problemlos erledigt werden“, sagte Dieter Hundt, Chef des Aufsichtsrats beim VfB.

Magath hörte das gern. „Wir sind uns einig, dass wir alles dafür tun wollen, um den VfB an der Spitze zu etablieren“, sagte der 50-Jährige. Auf der Wunschliste stehen Steffen Hoffmann (Mittelfeld, Rapid Wien), Abwehrspieler Stephane Henchoz (FC Liverpool) sowie die Stürmer Paolo Guerrero (Bayern München Amateure) und Marco Streller (Grasshoppers Zürich). Große Sprünge aber kann der VfB Stuttgart nicht machen. „Mit Chelsea können wir nicht mithalten. Um Henry bieten wir jedenfalls nicht mit“, sagte Magath und sprach damit schmunzelnd die finanzielle Überlegenheit des Londoner Vereins an. Der FC Chelsea ist Stuttgarts nächster Gegner in der Champions League. Und da sind Niederlagen doppelt schmerzhaft.

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