Sport : Müder Erfolg

Die grippegeschwächten Bremer spielen matt, gewinnen aber 2:1 beim 1. FC Nürnberg

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Schnöde Pflicht statt schöner Fußball: Werder Bremen hat gestern Abend mit einem recht schmucklosen 2:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg die Tabellenspitze verteidigt. Im Vergleich zu den beiden vergangenen Auswärtsspielen in Bochum und Mainz, bei denen die Bremer je sechsmal getroffen hatten, war es eine Minimalleistung, die der Meisterschaftsanwärter zeigte. Den maximalen Ertrag gab es vor 37 174 Zuschauern deshalb, weil Nationalspieler Torsten Frings sein erstes Saisontor glückte (32.) und in der heikelsten Phase Diego einen Freistoß zauberhaft ins Nürnberger Tor zirkelte (79.). Der Anschlusstreffer durch einen von Ivica Banovic verwandelten Foulelfmeter in der dritten Minute der Nachspielzeit kam zu spät.

Die Mannschaft von Trainer Hans Meyer ist nach der Niederlage im tabellarischen Niemandsland gestrandet. Setzt es am Sonntag bei Alemannia Aachen eine weitere Niederlage, sind die Nürnberger viel schneller im Abstiegskampf verwickelt, als ihnen lieb ist.

Im Vergleich der besten Defensive (Nürnberg: neun Gegentore) gegen die stärkste Offensive (Bremen: 28 geschossene Tore) war lange Zeit kaum ein Unterschied zu besichtigen: Die Franken investierten weitaus mehr als Werder, erspielten sich aber nur wenige zwingende Chancen, da es dem emsigen Robert Vittek an Unterstützung fehlte. Seinen offensiven Kollegen Marek Mintal und Markus Schroth mangelte es an Durchsetzungsvermögen. Zudem ging dem Club in vielen Szenen die Präzision ab, um das überragende Verteidigerduo mit dem zweikampfstarken Naldo und dem umsichtigen Per Mertesacker in Verlegenheit zu bringen. Die beste Möglichkeit vergab Dominik Reinhardt, der nach einer Ecke frei am Tor vorbei köpfte (17.). Und der Tabellenführer? Kam selten wirklich ins Kombinationsspiel, noch seltener gefährlich in den Strafraum. Bezeichnend, dass das Führungstor einer der wenigen gelungenen Kombinationen entsprang, nach der Torsten Frings mit einem Aufsetzer aus 20 Metern Erfolg hatte. Der Nürnberger Torhüter Raphael Schäfer war machtlos, genauso beim 2:0 durch Diego.

„Man kann nicht immer glänzen. Solche engen Spiele muss man individuell entscheiden. Zwei schöne Tore haben uns gereicht“, sagte Trainer Thomas Schaaf. Werder hatte zumindest eine Erklärung für eine mitunter matte Vorstellung: Bis auf den brillierenden Spielmacher Diego hatten vor dem Spiel alle Bremer über störenden Schnupfen, leichten Husten oder allgemeines Unwohlsein geklagt. „Ich bin müde und habe schwere Beine“, sagte etwa Nationalstürmer Miroslav Klose vor dem Spiel, was in den 90 Minuten dann deutlich zu besichtigen war. Kloses beste Szene war ein Hechtkopfball im eigenen Strafraum.

Den Virus soll sich die Mannschaft in der vergangenen Woche beim Abschlusstraining für das Champions-League-Spiel in Sofia eingefangen haben. Will heißen: Dieser elfte Spieltag mitten in der Woche kam für die Bremer zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Und viel Zeit zum Erholen und Verschnaufen bleibt ihnen auch nicht: Bereits am Freitag empfängt Werder im heimischen Weserstadion Borussia Dortmund.

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