Sport : Mühe mit dem Letzten

Beim 70:63 über Nürnberg siegt Alba erst am Ende

Lars Spannagel

Berlin - Zwischen Ostende und Moskau liegt Nürnberg. Zumindest so ungefähr, und zumindest für die Spieler von Alba Berlin, die nach dem Uleb-Cup-Auswärtsspiel in Belgien und vor dem Spiel in Moskau am Dienstag gestern in der Max-Schmeling-Halle den Tabellenletzten der Bundesliga zu Gast hatten. Alba tat sich gegen die Baskets Nürnberg schwerer als gedacht und siegte in einem umkämpften Spiel mit 70:63.

Alba wollte von Anfang an zeigen, welches Team um den Meistertitel spielt. Die ersten vier Angriffe schlossen die Berliner allesamt spektakulär ab: Alley-hoop-Dunking von Sharrod Ford, Dunking von Chris Owens, Dreipunktewurf von William Avery, Tip-Dunking von Chris Owens. Nürnberg wirkte von der Kulisse und der Spielfreude der Berliner beeindruckt, Alba führte nach fünf Minuten 14:7. Nach dem ersten Schock kämpften sich die Spieler des Tabellenletzten allerdings wieder heran. Nürnbergs Grieche Sotiriors Gioulekas zwang Koko Archibong zu zwei schnellen Fouls, Albas bester Verteidiger musste früh auf die Bank. Nürnberg führte kurz vor Ende des ersten Viertels erstmals 17:16.

Bis zur Halbzeit gelang es Alba nicht, sich einen größeren Vorsprung zu erspielen. Das lag auch daran, dass die Berliner den Nürnbergern zwölf Offensivrebounds erlaubten. „Mit diesen Unkonzentriertheiten haben wir Nürnberg immer wieder ins Spiel zurückgebracht“, sagte Albas Trainer Henrik Rödl. Er gab den Bankspielern Nenad Canak, Nicolai Simon und Johannes Herber einige Spielzeit, mit mäßigem Erfolg. Ruben Boumtje-Boumtje zog sich in dieser Phase einen Sehnenabriss im Finger zu, sein Einsatz in Moskau ist fraglich.

Doch Nürnberg blieb dran. In der zweiten Halbzeit hatte Rödl erkannt, dass es nicht einfach werden würde. Er ließ fast nur noch Avery, Greene, Archibong, Owens, Ford sowie Julius Jenkins spielen. Trotzdem blieb es ein enges Spiel, die 6312 Zuschauer machten sich lauter bemerkbar. Dabei war das dritte Viertel alles andere als attraktiv, Alba verlor 11:14 und ging mit einer dünnen 52:50 Führung ins Schlussviertel.

Als Ryan DeMichael mit einem Dreipunktewurf Nürnberg drei Minuten vor Schluss in Führung (58:61) schoss, sah es sogar nach einer Überraschung im laut Nürnbergs Trainer Stefan Weissenböck „heiligen Ort des deutschen Basketballs“ aus. Doch Albas Spieler konzentrierten sich und machten aus dem 58:61 ein 68:61. Als Ford 24 Sekunden vor dem Ende mit einem krachenden Dunking die Führung auf neun Punkte erhöhte, war Nürnbergs Widerstand gebrochen. „Das war heute ein typisches Spiel Favorit gegen kleine Mannschaft“, sagte Rödl, „nächste Woche müssen wir eine ganz andere Leistung abrufen.“

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