Sport : Mühen ohne Lohn

Schalke 04 spielt gegen Leverkusen nur 1:1

Bayer Leverkusen bleibt für Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga ein unangenehmer Gegner. Eine schmerzliche Niederlage wie vor ein paar Monaten, mitten im Titelkampf, blieb den Westfalen in der Frühphase der neuen Saison zwar erspart, aber das 1:1 im Freitagsspiel nach Toren von Kevin Kuranyi (45. Minute) und Theofanis Gekas (53.) rief bei den Schalkern nicht gerade Begeisterung hervor. Ihre erste Zwischenbilanz mit sechs Punkten aus vier Bundesligaspielen lässt nicht auf meisterliche Klasse schließen und dürfte dem Tabellenführer FC Bayern keine Furcht einflößen.

Mirko Slomka, der Cheftrainer des FC Schalke, pflegt sich und andere mit statistischen Daten auf die Spiele seiner Mannschaft einzustimmen. Wenn es irgendwie möglich ist, versucht er auf diese Art Vorfreude zu wecken. In seinem Prolog zu der Heimpartie gegen Bayer Leverkusen hatte er Zahlen zu bieten, die eine große Offensive beider Parteien versprachen. „In Wolfsburg haben wir 33 Mal aufs Tor geschossen, Leverkusen kam gegen den Karlsruher SC auf 32 Versuche“, sagte er. Von einem Sturmlauf war aber zunächst nicht viel zu sehen. Es verging fast eine Viertelstunde, bis es zum ersten Mal turbulent wurde. Ivan Rakitic wirkte ein wenig überrascht, als die Kugel ihm im Leverkusener Strafraum vor die Füße fiel; der Regisseur der Heimelf hatte offenbar damit gerechnet, dass Bayer-Torwart Adler Asamoahs Flanke würde abfangen können. So brachte Rakitic nur einen Schreckschuss zustande – der Ball prallte gegen den Pfosten.

Der Startschuss zu Sturm und Drang war es aber noch nicht. Vielleicht fehlte den Schalkern noch an der nötigen die Sicherheit auf dem Platz. Slomka sah sich gezwungen, seine Innenverteidigung neu zu formieren. Kapitän Bordon war von vornherein krankgeschrieben und wurde von Heiko Westermann vertreten. Sein Kompagnon Mladen Krstajic musste nach zwanzig Minuten den Platz verlassen; er hatte sich bei einem Zusammenprall mit Gekas verletzt und wurde durch Rodriguez ersetzt. Die Leverkusener vermochten daraus aber keinen Nutzen zu ziehen, obwohl auch ihr Trainer Michael Skibbe einen beherzten Auftritt angekündigt hatte. Der vermeintliche Mut seines Personals kam in der ersten Hälfte nur bei einem Distanzschuss von Gresko zum Ausdruck. Folgerichtig geriet Bayer kurz vor der Pause in Rückstand, als Kuranyi einen Freistoß von Pander mit dem Kopf ins Tor beförderte.

Nach der Pause legten die Leverkusener ihre Zurückhaltung ab. Erst scheiterte Stefan Kießling am gut reagierenden Torwart Manuel Neuer. Dann war Gekas zur Stelle und nutzte eine präzise Vorlage von Simon Rolfes im zweiten Versuch zum Ausgleich; den ersten Schuss hatte Neuer noch pariert. Anstatt zu jubeln, deutete der Grieche Gekas auf seinen Trauerflor für die Opfer der Brände. Auf der Gegenseite zeichnete sich Adler nun mehrmals aus, besonders bei zwei Chancen des stark spielenden Kuranyi. Der Schalker Nationalspieler stand an diesem Abend exemplarisch für die Vergeblichkeit des Schalker Bemühens: Viel investiert, gut gespielt, aber wenig erreicht.

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