Sport : Mühsam zum kleinen Glück

Der EHC Eisbären gewinnt gegen die Hamburg Freezers das erste Play-off-Viertelfinalspiel 5:2

Claus Vetter

Berlin. Am Ende wackelten die hellbraunen Holzstühle, und das Volk auf den Rängen tobte vor Glück. Kein Wunder, denn schließlich war der Auftakt der Eisbären in den Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) von der Dramaturgie her so verlaufen, wie sich das die Fans der Berliner in der Deutschlandhalle erhofft hatten. Im erstenViertelfinalspiel der nach dem Modus „Best-of-seven“ gespielten Serie hatten die Eisbären zwar Mühe mit den Hamburg Freezers, konnten sich aber schließlich durchsetzen und 5:2 (2:2, 1:0, 2:0) gewinnen.

Die Hamburger hatten nach 40 Sekunden schon Grund zum Jubeln: Bob Lachance spazierte am orientierungslosen Eisbären-Verteidiger Ricard Persson vorbei und schlenzte den Puck am Berliner Torhüter Richard Shulmistra vorbei ins rechte Toreck. Der frühe Gegentreffer verfehlte seine Wirkung bei den nervösen Eisbären nicht. Erst Mitte des ersten Drittels spielten die Eisbären flotter und so gelang Brad Bergen mit einem Schlagschuss in der 12. Minute auch der Ausgleich. Danach erwachten die Fans der Eisbären aus ihrer anfänglichen Lethargie, und auf dem Eis wurde heftiger gerangelt. Allerdings erst nur von Berliner Seite: Als zwei Eisbären-Spieler auf der Strafbank saßen, brachte Ted Crowley die Hamburger erneut in Front.

Eine Minute nach dem Hamburger Treffer zum 2:1 ließ Boris Rousson, der Torhüter der Freezers, einen harmlosen Schuss von David Roberts durch seine Schoner kullern. Nach dem Ausgleichstreffer übernahmen die Berliner immer mehr die Initiative. Die Hamburger wirkten müde, Kelly Fairchild brachte die Eisbären mit 3:2 in Führung.

Im letzten Drittel waren die Berliner dann aber lange Zeit zu passiv, die Freezers waren nah am Ausgleichstreffer: Bis zur 55. Minute, denn da sorgte John Emmons nach einem Konter für das 4:2. Und als wenig später Steve Walker das 5:2 gelang, war klar, dass die Eisbären um ihren herausragenden Torhüter Shulmistra das Spiel als Sieger beenden konnten – mehr freilich noch nicht: Drei Siege fehlen den Berlinern noch zum Erreichen des Halbfinales. Bereits heute steht die zweite Partie der Serie auf dem Programm, in der Hamburger Arena vor 13 000 Fans. In Berlin mussten sich die Eisbären gestern mit weniger zufrieden geben: Nur 6880 Zuschauer kamen in die Deutschlandhalle. Der angestrebte Besucherrekord im Berliner Eishockey wurde damit verfehlt.

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