Sport : München 1860 - Kaiserslautern: Ende des Sommertheaters

Unbeeindruckt vom Hickhack in der Vorbereitung ist dem 1. FC Kaiserslautern ein optimaler Start in die Fußball-Bundesliga gelungen. Obwohl Trainer Andreas Brehme den mit ihm im Dauerstreit liegenden Youri Djorkaeff wegen "Trainingsrückstands" zu Hause gelassen hatte, gewannen die Lauterer bei 1860 München 4:0 (0:0) und eroberten die Tabellenführung. Der umstrittene Brehme, vor der Saison von den Buchmachern als erster Rausschmiss gehandelt, ließ mit dem Erfolg vorläufig seine Kritiker verstummen.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Den Führungstreffer für Kaiserslautern vor 26 500 Zuschauern im Olympiastadion erzielte Mittelfeldspieler Jeff Strasser in der 54. Minute. Zwar bekam Münchens Torhüter Simon Jentzsch die Hände noch an den Ball, dennoch trudelte der Ball über die Linie. Nur sechs Minuten später erhöhte Olaf Marschall per Kopfball nach einer Ecke von Mario Basler auf 2:0. In der 76. Minute erzielte Jörgen Pettersson mit einem Heber aus 25 Metern über den herauseilenden Jentzsch hinweg den dritten Treffer, ehe Harry Koch in der 83. Minute per Foulelfmeter den 4:0-Endstand perfekt machte. Zuvor hatte Jentzsch im Strafraum Tomasz Klos zu Fall gebracht.

"Ich bin sehr stolz darauf, was die Mannschaft heute in der zweiten Halbzeit geleistet hat", kommentierte Brehme den gelungenen Start. Sein Kollege Werner Lorant blieb trotz der Pleite gefasst. "Die Mannschaft hat eigentlich in den ersten 55 Minuten gut gespielt", meinte der 1860-Coach. Drei Tage zuvor hatte 1860 München eine 2:3-Niederlage im Halbfinal-Hinspiel des UI-Cups hinnehmen müssen.

Nach der erneuten Niederlage waren resignierte Töne von den Gastgebern zu vernehmen. "Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir hier gegen Kaiserslautern verlieren, das bin ich gewohnt", tröstete sich Lorant. Noch bitterer als die Niederlage stieß den Gastgebern der Ausfall von Kapitän Harald Cerny auf. Der Österreicher zog sich eine schwere Schulterverletzung zu und fällt voraussichtlich zwei Monate aus. "Bis das verheilt ist, dauert es mindestens acht Wochen", sagte Cerny deprimiert.

Trotz der großen Hitze zeigten die Münchner deutlich mehr Bemühen als noch vor drei Tagen im UI-Cup. In der ersten Halbzeit präsentierten sie sich als die bessere Mannschaft und kamen im Gegensatz zu den Lauteren zu zwei guten Torchancen. Kaiserslautern, ohne sieben Stammspieler angetreten, hatte zunächst mit den Ausfällen im Kader zu kämpfen. Keine einzige Torchance konnten sich die Gäste in der ersten Halbzeit erspielen. "Das Spiel passt sich den Temperaturen an", urteilte Bundestrainer Michael Skibbe zur Halbzeit.

Doch nach Wiederanpfiff kam das böse Erwachen für die Münchner. Das Führungstor von Strasser, der neben Hany Ramzy einer der besten Pfälzer war, in der 54. Minute stellte den Spielverlauf auf den Kopf. "Wir wussten, wer hier das erste Tor schießt, geht als Sieger vom Platz", meinte 1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser. In der Hitze wurden die Beine der Münchner nun immer schwerer. Die Lauterer nutzten dies zu weiteren Toren. Und konnten am Ende einen gelungenen Einstand feiern und ihr Sommertheater für beendet erklären.

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