Sport : München, Berlin, Dortmund

Die Deutschen und ihr Plan für die K.-o.-Runde

Stefan Hermanns

Berlin - Es sind keine guten Nachrichten, die gestern aus Berlin an die Fußballfans draußen in Gelsenkirchen und – vorerst – auch Stuttgart gesandt wurden: Die deutsche Nationalmannschaft denkt gar nicht daran, sie im Laufe der Weltmeisterschaft noch mit ihrer Anwesenheit zu beglücken. Ihr Plan sieht so aus: Erster in der Gruppe A werden, das Achtelfinale in München bestreiten, die Runde der letzten acht in Berlin und das Halbfinale in Dortmund, in genau jenen Städten also, in denen die Deutschen auch in der Vorrunde spielten und spielen. „Diese Stadien kennen wir“, sagt Joachim Löw, der Assistent von Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Werden sie Zweiter, müssten sie in Stuttgart, Gelsenkirchen und München antreten. Eine kleine Chance bleibt nur noch den Schwaben. Verlieren die Deutschen das Halbfinale, bestreiten sie im Daimler-Stadion das Spiel um Platz drei. Man darf allerdings davon ausgehen, dass auch diese Variante in Klinsmanns Masterplan nicht unbedingt vorgesehen ist.

Damit das Turnier so verläuft, wie die deutschen Fußballer sich das vorstellen, müssen sie am Dienstag (16 Uhr, Berlin) zunächst einmal ihr abschließendes Gruppenspiel gegen Ekuador gewinnen. Für den Trainerstab der Nationalmannschaft hat dieses Unterfangen höchste Priorität. „Es gibt nicht die Überlegung zu taktieren, gegen wen wir kommen und wer für uns besser wäre“, sagt Löw. Das würde zudem voraussetzen, dass die Deutschen bereits gesicherte Informationen über die Ergebnisse der Gruppe B mit den möglichen Achtelfinalgegnern England, Schweden und Trinidad & Tobago besitzen, deren abschließende Spiele erst am Abend stattfinden, während die Deutschen schon am Nachmittag antreten.

Nur einmal in ihrer WM-Geschichte hat die Nationalmannschaft alle drei Vorrundenbegegnungen gewonnen, das war 1970 in Mexiko. Damit ihr dies nach 36 Jahren erneut gelingt, wird die personelle Fluktuation im Spiel gegen Ekuador sehr gemäßigt ausfallen. Löw sagt: „Wir werden nicht viele Wechsel vornehmen.“ Obwohl das Turnier bei einem günstigen Verlauf noch große Anstrengungen verheißt, ist dies auch im Sinne der Stammspieler. „Man sieht, dass wir im Moment richtig zusammenwachsen“, sagt Torsten Frings. Dieser Prozess soll weiter gefördert werden. Allerdings könnte es problematisch werden, falls in den K.-o.-Spielen ein wichtiger Kopf wegen Sperre oder Verletzung fehlt. „Dann kann es nicht sein, dass ein Spieler auf dem Platz steht, der noch keine Minute gespielt hat“, sagt Löw.

Michael Ballack wird gegen Ekuador trotzdem spielen, obwohl bei ihm die Gefahr besteht, dass er bereits im Achtelfinale ausfällt. Der Kapitän der Nationalmannschaft hat gegen Polen die Gelbe Karte gesehen, bei einer weiteren Verwarnung wäre er für die nächste Begegnung gesperrt. Das Gleiche gilt für die beiden Dortmunder David Odonkor und Christoph Metzelder. Die Knieverletzung Metzelders, deretwegen er am Samstag das Training abbrechen musste, hat sich bei einer Kernspintomografie als nicht so gravierend herausgestellt. Der Innenverteidiger soll heute am Abschlusstraining teilnehmen und könnte damit auch gegen Ekuador spielen.

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