München - Hannover : Bayerns unglaubliche Überlegenheit

Die Münchner besiegen Hannover 96 mühelos 3:0. Luca Toni verletzte sich nach seinem Tor am Oberschenkel.

Michael Neudecker
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Luca Toni. Erst der Jubel, dann die Schmerzen. -Foto: ddp

MünchenWenn es stimmt, was Hermann Gerland, der Trainer der Reservemannschaft des FC Bayern gesagt hat, nämlich dass Philipp Lahm zuzuschauen „wie lecker Bratwurst essen“ ist, ja, wenn es sogar überhaupt so ist, dass die ganze Bundesliga eine große Speisekarte ist – dann war FC Bayern gegen Hannover am Samstag wie ein Schmalzbrot. Sieht manchmal grob aus, will nicht jeder haben, aber wenn man es dann isst, schmeckt es doch ganz lecker. Es gab sogar Phasen, da war dieses Spiel wie fünf Schmalzbrote auf einmal: Weil Hannovers Auftreten oft ziemlich grob war, und weil die Bayern wirklich alles dafür getan haben, dass es den Zuschauern in der Münchner Arena nichts ausmacht. Am Ende gewannen die Bayern 3:0 (1:0).

Schon ein paar Minuten nach Spielbeginn deutete sich an, wie dieses Spiel verlaufen würde: Luca Toni beförderte den Ball per Kopf an den Pfosten, und das war schon der dritte Kopfball in Tornähe der Bayern gewesen. Auffällige Momente aus Sicht von Hannover 96 gab es im Grunde nur zwei: Den ersten in der 34. Minute, als Franck Ribéry den Ball gegen mehrere Gegenspieler behauptete, und ihn Hannovers Altin Lala plötzlich einfach umgrätschte. Manager Uli Hoeneß, Trainer Ottmar Hitzfeld, Ersatzmann Valérien Ismael, und überhaupt alle auf der Bank der Bayern sprangen auf, schrien und gestikulierten, und Lala bekam die Gelbe Karte. In der 45. Minute dann lief Lala eine Weile Zé Roberto hinterher, und auf einmal verpasste er ihm einen Tritt. Zé Roberto ging zu Boden, Hoeneß sprang auf, er rannte zu Hannovers Trainer Dieter Hecking wie ein gereizter Stier beim Angriff, und Lala musste mit Gelb- Rot den Weg in die Kabine antreten. „Unser Manager will die Spieler schützen“, sagte Ottmar Hitzfeld später, „das ist verständlich.“

Als Hoeneß ausrastete, stand es bereits 1:0 für die Bayern, Luca Toni hatte nach 28 Minuten die Führung erzielt. In der 69. Minute erhöhte Mark van Bommel nach einer Phase unglaublicher Überlegenheit mit so vielen Torchancen, wie sie Hannover vermutlich in der ganzen Saison nicht hat, auf 2:0, ehe Hamit Altintop in der 86. Minute das 3:0 erzielte. „Es macht riesigen Spaß zurzeit“, sagte Franck Ribéry nach der Partie.

Letztendlich blieben gestern nur zwei negative Tatsachen: Erstens, dass die Bayern nicht 8:0 gewannen, und zweitens, dass Luca Toni sich direkt nach seinem Tor eine Oberschenkelzerrung zuzog. Er soll am Donnerstag wieder trainieren, ebenso wie Miroslav Klose. Luca Tonis Verletzung kam ohne Foul zustande, dennoch ärgerte sich Ottmar Hitzfeld über die harte Gangart Hannovers. Angesichts der vielen Fouls gegen sein teures Personal sieht er nur eine Möglichkeit: „Wir müssen noch besser werden und noch schneller.“

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