Sport : München leuchtet weiß

Stadt wirbt für die Olympischen Winterspiele 2018

München - Mit Ski-Stunts im Herzen der Stadt hat München auf dem Weg zum Olympia-Kandidaten für 2018 Werbung in eigener Sache gemacht. Einen Monat vor der entscheidenden Abstimmung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hofft die bayerische Landeshauptstadt auf die Unterstützung aller Verbände. „Wenn in Hamburg mit überzeugender Mehrheit für eine Münchner Bewerbung entschieden würde, wäre das sicher ein Signal, das auch im Ausland und bei möglichen Mitbewerbern wahrgenommen würde“, sagte Münchens Olympia-Koordinator Wilfrid Spronk. „Das wäre ein gutes Zeichen, dass eine Bewerbung vom gesamten deutschen Sport getragen wird.“ Für die Winterspiele 2018 hat neben München das 2010 und 2014 gescheiterte Pyeongchang (Südkorea) seine Absicht erklärt.

Ehemalige und aktuelle Wintersportgrößen wie Markus Wasmeier, Heidi Biebl, Felix Neureuther oder Maria Riesch rührten beim farbenfrohen Lichterspiel auf echtem Schnee vor der Münchner Oper und ein paar Tausend Zuschauern die Werbetrommel für das engagierte Vorhaben. Peter Schlickenrieder, Vizepräsident des Bayerischen Skiverbandes (BSV), warnte aber davor, dass das zu erwartende Votum des DOSB am 8. Dezember in Hamburg kein Selbstläufer wird. „Eine reine Formsache ist das sicher nicht, weil die Schwergewichte im deutschen Sport die Sommersportverbände sind“, sagte der frühere Langläufer. „Die große Aufgabe ist jetzt, die Sommersportverbände zu überzeugen, dass wir Olympische Winterspiele nach Deutschland holen wollen.“

Auch Spronk warnte. „Es wäre gröbste Fahrlässigkeit, wenn wir nach Hamburg reisen und sagen: ,Hurra, da sind wir’. Wir gehen die Sache sehr intensiv an.“ Von internationalen Sportfachverbänden – beispielsweise vom Weltskiverband FIS oder vom DOSB-Präsidium – gab es schon positive Vornoten für das Münchner Projekt, das ein kompaktes Konzept mit München als Eis-Zentrum sowie Garmisch-Partenkirchen für den Schneesport und Königssee für Bob, Rodeln und Skeleton vorsieht. Die Sportler, wenngleich sie nicht einmal wissen, ob sie dann noch aktiv sind, freuen sich jedenfalls schon jetzt. „Olympia 2018 in München wäre ein absoluter Traum für mich als Karriereende“, sagte der 23 Jahre alte Skirennfahrer Felix Neureuther. Er setzt allerdings erst einmal auf die Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen. „Ich glaube, dass wir mit 2011 ein Zeichen für 2018 setzen können, wenn alle sehen, wie perfekt alles organisiert ist.“ dpa

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