Sport : Münchner Stadion-Debatte: "Mir ist das wurscht"

Franz Beckenbauer ist zufrieden, die unendliche Stadion-Debatte steuert auf WM-Kurs: Nach einem "konstruktiven Treffen" sieht der Präsident des FC Bayern die Chancen Münchens als Schauplatz für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wieder gestiegen. "Es sieht jetzt so aus, dass alle ein Stadion wollen, das tauglich für das Eröffnungsspiel der WM 2006 ist", sagte Beckenbauer nach dem Münchner Spitzengespräch zur Stadion-Frage. Der Weg bis zu einer tatsächlichen neuen Fußball-Arena in der bayerischen Landeshauptstadt ist zwar noch weit, aber ein Neuanfang nach Jahre des Streits ist gemacht.

"Es war heute besonders zu spüren, dass man will, dass man an einem Strang zieht", sagte Beckenbauer nach dem Treffen zwischen Vertretern des FC Bayern und TSV 1860, dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), dem bayerischen Wissenschaftsminister Hans Zehetmair (CSU) und den Architekten. "Das Misstrauen, das uns über die letzten Jahre begleitet hat, wurde heute beiseite gelegt. Und in der Zukunft werden wir versuchen, gemeinsam einen Standort für ein Stadion zu finden und es dann zu bauen", erzählte Beckenbauer, der gleichzeitig Präsident des WM-Organisationskomitees ist. "Ich denke, das wird uns gelingen."

In dem über zweistündigen Gespräch, das die Beteiligten ausdrücklich nicht als weiteren politischen Stadion-Gipfel verstanden wissen wollten, einigte sich die Runde auf fünf mögliche Standorte - von insgesamt 25 in Betracht gezogenen Optionen - für die neue Arena. Vor allem an der Standortfrage waren bisher alle Planungen gescheitert. Nun soll das von den Klubs beauftragte Architektenbüro die potenziellen Bauplätze prüfen. Zwei davon befinden sich im Münchner Olympiapark unweit des bisherigen Stadions, dazu kommen die Stadtteile Fröttmaning und Freiham sowie das früher schon diskutierte Messegelände im Münchner Osten. Persönliche Präferenzen hat Beckenbauer nicht: "Mir ist das wurscht, Hauptsache wir kriegen ein Stadion."

Nach Angaben von Ude findet im März ein weiteres Spitzengespräch statt. Bis zum Mai soll dann der beste Standort gefunden sein, im Sommer soll die Entscheidung fallen. "Wir wollen auf jeden Fall sicher stellen, dass der Stadtrat vor der Sommerpause eine Entscheidung trifft", sagte Ude. Nach dem Willen der Klubs soll die neue Arena für 66 000 Zuschauer 2005 fertig sein. Um nicht wieder im Nachhinein durch Bürgerproteste gestoppt zu werden, erwägt der Oberbürgermeister, die Münchner gleich per Bürgerentscheid mitbestimmen zu lassen. Finanziert werden soll das Stadion allein von den Klubs. Darauf hatten sich die Bundesligisten nach dem Scheitern der Umbaupläne des Olympiastadions verständigt.

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